Fährmannsfest 2017 – erst abgesoffen, dann doch im vollen Umfang

Das Fährmannsfest stand dieses Jahr nicht unter guten Vorzeichen. Durch die Harzer Wassermassen traten auch in Hannover die Leine und die Ihme weit über die Ufer. Erst gab es für das Festival einen Notfallplan, der dann glücklicher Weise nicht eingelöst werden musste. Also startete das Fährmannsfest 2017 im gewohnten Umfang mit Kinderfest, Kulturbühne für „umsonst und draußen“ und mit der Musikbühne am Weddingufer. Sonntag war, wie in den vergangenen Jahren, das ganze Festival vom Eintritt befreit.

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Fotos © Thorsten Knottek / Clemens Niehaus / Isabelle Hannemann

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Der Fereitag:

The Picturebooks,… welch Verschwendung für einen Freitag Nachmittag, könnte man meinen.
Wer heut noch im Stau, im Büro oder Hamsterrad steckt, wird sich schwarzärgern,
denn diese Bilderbuch erzählt sich live am besten!

Fynn Clas Grabke und Philipp Mirtschink haben nach ein paar Off Tagen mit nichts gerechnet und stoßen am Leinestrand auf ein Publikum, das den Sommer aus dem Matsch lockt.

Keiner ist im LineUp mehr Woodstock look alike,
keine Band hat einen teureren Drummer,
keine den besten Tontechniker Schrägstrich Stagemanager Schrägstich Manager zum Papa.
Grabke Senior und seine Jungs sind nahbar, nett, smart und verbringen Ihre Zeit nach dem Auftritt lieber mit ihren Fans als im Backstage, bevor es weiter nach GB geht.
Gütersloh ist der Blues-Nabel der Welt!  „Home Is A Heartache“ Kaufen!

(IH)

The Brew: Gitarrist Jason Barwick, Drummer Kurtis Smith und Bassist Tim Smith überzeugten vom ersten Ton an mit ihrem erdigen bluesbasierten Rock. Das Trio aus Grimsby spielte sich mit viel Groove, frischen Gitarrensoli und rockigen Riffs in die Herzen der Besucher.

Fiddler’s Green: Für einen krönenden Abschluss des ersten Festivaltages sorgten Fddler’s Green. Nach ihrem ausverkauften Konzert im Januar, im Pavillon, legten Sextett um Ralf „Albi“ Albers auf dem Fährmannsfest noch einen drauf. Mit ihrem Folk-Speed Rock mit irischem Einschlag brachten sie die Fans zum Kochen…. Party pur auf der Wiese.

Der Samstag auf dem Fährmannsfest war eindeutig etwas punklastiger und bot ein musikalisch etwas härteres Spektrum:

Abstürzende Brieftauben: Heimspiel für Micro und Olli. Die Fun Punk-Legenden lieferten einen energiegeladenen Querschnitt durch 34 Jahre Bandgeschichte. Punk, Spaß und (ein bisschen) Pogo so das Motto des Gigs. Und weils so schön war, gabs für Olli Bockmist auch noch ein Ständchen zum Geburtstag. Und mit „Konrad K„, wurde noch einmal an Gründungsmitglied Konrad Kittner gedacht, der 2006 an Herzversagen starb.

Die Sterne: Nach dem Punkrock der Tauben, wurde es etwas ruhiger auf der Festwiese. Die Indie-Legenden um Sänger Frank Spilker lieferten einen Querschnitt durch ihr umfangreiches Repertoire. Und obwohl sie gleich zu Beginn klar machten „Ich scheiß auf deutsche Texte„, präsentierten sie natürlich ausschließlich deutsche Texte. „Wir feiern uns auch ein bisschen selbst“, fasste Spilker den Gig zusammen. Dürfen sie.

Prada Meinhoff: DIE Entdeckung auf der Kulturbühne. Das Berliner Duo Chrissi Nichols (Gesang) und René Riewer (Bass) präsentierten ihren Kick-Ass-Electr-Punk-Rock parallel zum Auftritt der Sondaschule. Schade, denn die Beiden hätten durchaus mehr Zuschauer verdient. Teilweise erinnerte Sängerin Chrissi an die frühe Annette Humpe zur Ideal-Zeit. Sollte man im Auge behalten.

Sondaschule:Oldschool, das ist uns scheißegal, weil wir von der Sondaschule sind. Ihr Newschool-Wichser könnt uns mal, weil wir von der Sondaschule sind.“ Parallel zum Gig von Prada Meinhoff präsentierte die Oberhausener Combo Sondaschule ihren energiegeladenen Ska-Punk. Neben älteren Songs spielte die Band um Tim Kleinrensing alias Costa Cannabis natürlich auch Werke ihres brandaktuellen Longplayers „Schere, Stein, Papier„. Party total auf dem Acker vor der Musikbühne.

Der sonnige Sonntag:

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SpVgg Linden-Nord: Über dem Fährmannsfest strahlte die Sonne in hellstem gelb, die Temperaturen kletterten über der 20 Grad-Marke – SO muss ein Festival sein. Und dazu spielte die putzige Combo SpVgg Linden-Nord auf. Foxtrott, Rumba, Samba – die Spielvereinigung hatte sich dem Musikkatalog der Fünfziger- und Sechzigerjahre gewidmet. Und wenn die 13-köpfige Truppe um Sänger Engelgert loslegt, steigt die Stimmung!
Milliarden: Seid umschlungen Milliarden: Das Trio aus Berlin gibt alles auf der Bühne. Sänger Ben Hartmann krümmt sich, beugt sich, geht in die Knie – er singt nicht bloß, er lebt seine Songs. Die erst 2013 gegründete Band hat es geschafft, innerhalb kurzer Zeit eine erstaunliche Fanzahl hinter sich zu versammeln. Die Musik ist eingängig, die Texte kantig. „Die Welt braucht neue Lieder„, singt Hartmann. Und Milliarden dürfen sie gerne liefern.

Grossstadtgeflüster: Einen würdigen Abschluss des diesjährigen Fährmannsfestes lieferten Grossstadtgeflüster. Das Berliner Trio um Jennifer „Jen“ Bender präsentierte seinen mitreißenden Elektropoppunk zu bester Spielzeit auf der Musikbühne. Da durfte natürlich Berlins heimliche Hymne „Fickt euch alle“ nicht fehlen. Die dürfen gerne wiederkommen.

(CN)

Leider schon wieder zu Ende… Das Fährmannsfest schloss das schöne alternative Festival an der Leine und Ihme nach drei Tagen tollen und sonnigem Programm. Freuen wir uns auf 2018.

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