Leichtigkeit statt düsterer Schwere

Es war ein Fest“, fasst Adrian Hates diesen Donnerstagabend des 16. November im Musikzentrum in Hannover zusammen. Ein Fest mit dem Gastgeber Diary of Dreams. Und allen voran der Frontmann mit seiner langen Mähne, der ausgelassen wie selten eine solche Party gab. Und da lagen schon zwei Stunden kraftvoller Performance hinter ihm.

Unterwegs mit dem neuen Album „Hell in Eden“, eröffnen die Mannen nach einem elektronischen Auftakt des Duos von Slave Republic mit dem ersten Song des Albums „Made in Shame“ und legen, analog zum Album, mit „Epicon“ nach. So richtig warm wird das Publikum spätestens, als die wohl bekannten Klänge von „Kindrom“ oder „The Wedding“ erklingen.

Diary of Dreams auf musikmag.de 2016 2014 2012 2008

Dennoch: Die Auszüge aus dem neuen Album fallen insgesamt energiegeladener und bombastischer aus als frühere Werke. Sie sind auch gespickt mit Wärme, düster und zerbrechlich wie eh und je. Deutlich mehr Elektronik und EBM machen Diary of Dreams im Jahr 2017 aus. Das ist unüberhörbar. Und versprüht eine gewissen Leichtigkeit statt düsterer Schwere. Unbenommen: Das alles steht der Band gut zu Gesicht. So gut, dass sich der Basser bei „The Luxery of Insanity“ die Schweißperlen von der Stirn wischt. „Seid Ihr bereit?“, ruft Adrian Hates dem Publikum im Musikzentrum zu. Natürlich war es das. Schon längst. Versunken in seinem samtenen Gänsehautbass. Selbst drei Zugaben später bis zu „Butterfly dance“.

Ja, es war ein Fest. Eines, das ausgesprochen druckvoll und tanzbar daher kam. Zwei satte Stunden lang. „War das heute zu viel Neues?“, wollte der Frontmann zum Ende noch wissen. „Nein“, hallt es ihm entgegen. Und in der Tat: Altes und Neues fügte sich an diesem Abend zu einem energiegeladenen Guss, der sehr viel elektronischer als gewohnt daher kam. Selbst sonst eher romantische Nummern wie „Traumtänzer“ oder Altbekanntes wie „Giftraum“ oder „Malum“ hatten eine ganz neue, fast verspielte Aura, die neben ohnehin kraftvollen Nummern wie „The Luxery of Insanity“ oder „Undividable“ locker bestehen konnten. Und so ist der Abend so ziemlich das Gegenteil von einer Hölle auf Erden. Maximal im positiven Sinne. (km)

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Tracks:

Made in Shame
Eoicon
Kindrom
the Wedding
Charma Sleeper
hiding rivers
Echo in me
Malum
Giftraum
hell in Eden
AmoK
decipher me
Sister Sin
Traumtänzer
Endless Nights
The Luxury of Insanity
Undividable

Grau im Licht
the Curse

Butterfly Dance

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