Ausverkaufte Dämonenaustreibung mit Emil Bulls

Der letzte Novemberabend 2017 steht im Zeichen der „Kill Your Demons“-Tour von Emil Bulls.

Begleitet werden die Münchener von Vitja und Grizzly. Schon früh stehen die ersten Fans vor dem Musikzentrum und warten auf Einlass. Brachial & kräftig legen Vitja los und bringen Schwung in die Fans vor der Bühne. Das gelingt dabei über den Zeitraum des Auftritts nur mäßig, wovon sich die Kölner aber nicht beirren lassen und Ihr bestes geben. Es folgen Grizzly, die dem nun vollends gefüllten Musikzentrum ordentlich einheizen. Trotz aller Energie die aus den Boxen flutet bleibt das Publikum überwiegend gelassen und feiert nur vereinzelt Songs so richtig ab.

Emils Bulls starten pünktlich um halb zehn mit dem Titel gebenden Song der neuen Platte „Kill Your Demons“ voll durch. Die 21 Songs umfassende Setlist dürfte dabei kaum einen Wunsch
im Publikum unerfüllt lassen. Generell dürften für viele Besucher an diesem Abend Wunschträume in Erfüllung gegangen sein. Nicht nur, dass sich Frontman Christoph sehr Publikumsnah zeigt, auch wenn er bei genauer Betrachtung vom sprichwörtlichen Bad in der Menge absieht, er hält mehr Nähe und Baut diese mehr aus, als die Fans das von anderen Bands gewohnt sind. So kommt es nicht nur einmal vor, dass Fans im Publikum das Mikrofon vor der Nase haben. Offen gestanden war es sogar beeindruckend, wie gut das Stimmlich passte, ist es doch nicht unüblich, dass viele in punkto Textsicherheit zu über 100 Prozent zu überzeugen wüssten.
Zwar spielen Emil Bulls die Songs am Stück herunter ohne zwischendrin große Reden zu schwingen, dennoch wirkt das Quintett zu keinem Zeitpunkt gehetzt oder als wollten Sie den Abend schnell über die Bühne bekommen. Eher wirken Sie, als würden sie den Abend genießen, obwohl der gesamte November für die Band schon aus dem Leben auf Tour bestand. Es stört auch niemand, als ein Crowdsurfer gezielt auf der Bühne landet. Ein Wink von Christoph an die beiden Jungs von der ToSa Security und sie lassen den Crowdsufer gewähren. Der erfreut sich sichtlich daran, den Blick aus erhöhter Position auf das Publikum zu genießen, ehe er mit einem Flachköpper wieder in eben diesem verschwindet. Zwar haben wir nichts von
Verletzungen mitbekommen, aber das Publikum ist ja bestens auf das kommende vorbereitet. Sicherlich wird im Proberaum nicht der Sprung geplant ist, wird er
mal eben fix von Christoph eingezählt ehe es mit dem Chorus von „Rainbows and Butterflies“ weitergeht.
Nach „Between the Devil and the deep blue Sea“ heißt es dann Abschied nehmen, gibt die Band bekannt. Das das natürlich nicht so einfach geht, ist ganz offensichtlich. Laute rufe nach einer Zugabe branden auf, die in ein Canon aus Emils Bulls münden. Ja, tatsächlich hat das Publikum es hier geschafft einen Canon hinzubekommen. Drei Personen haben jeweils kurz nacheinander „Emil“ gerufen und jeweils eine Gruppe hat darauf mit „Bulls“ geantwortet. Zwar kommt sowas immer wieder vor, aber das niemand nachgibt und das ganze nicht wie üblich in einen einstimmigen Chor wechselst ist schon überaus ungewöhnlich. So lassen die Münchener das Musikzentrum Hannover nicht lange warten und beginnen mit „Winterblood„, lassen „Hearteater“ folgen und verlassen nach „The Age of Revolution“ wieder die Bühne nur um kurz darauf die zweite Zugabe zum besten zu geben. Den überaus lohnenden Abend vor sehr gut gelauntem Publikum schließen Emil Bulls mit „Pants Down“, „Man or Mouse“ und natürlich „Worlds Apart“ ab.

(IS)

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