RockHarz 2025, der Mittwoch

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Es ist Juli 2025 und der Ruf der Teufelsmauer, der einmal pro Jahr erklingt, zieht tausende Metalfans in den Harz. Die Autobahnen füllen sich mit vollgepackten Autos, viele davon mit einem plakativen „RHZ“ Schriftzug auf den Heckscheiben. Liebevoll in Handarbeit mit Panzertape erstellt oder schnörkelig als gekaufter Aufkleber von der Stange, alle haben dasselbe Ziel: das Rockharz Festival und dasselbe im Herzen: Metalmusik.

Von der Anreise werden unterschiedliche Erzählungen überliefert. Bei den einen läuft es so schnell und problemlos wie noch nie, andere wiederum müssen Geduld aufbringen und stehen stundenlang im Stau. Doch früher oder später schaffen es alle auf den Campground und genießen strahlend ihr erstes Kaltgetränk.

Der offizielle Startschuss fällt Mittwoch um 15:30. Die Excrementory Grindfuckers eröffnen die Dark Stage. Auf ihrer Website betitelt die Band aus Hannover sich selbst als „die uneingeladenen Gäste, die auf jeder Party alles wegsaufen und beim Nachhausegehen in den Hausflur kotzen.“ Gesoffen wird tatsächlich ordentlich, denn die Sonne brennt und ebenfalls das Publikum, das bereits in ansehnlicher Menge aufgetaucht ist. Still stehen kann hier keiner, denn wer den David Hasselhoff Song „Looking For Freedom“ so gekonnt in ein „Looking For Grindcore“ metallisiert, hat die Rockharz Fans sofort auf seiner Seite. 35 Minuten Grindcore gepaart mit genreübergreifenden Einflüssen wie Funk oder Eurodance lassen die heißen Temperaturen vergessen und sorgen für den ersten Circle Pit des Tages.

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Die Rock-Stage erklimmen danach Týr. Die Band von den Färöer Inseln reißt mit ihrem epischen Viking-Metal die Fans gleich mit. Es strecken sich die Fäuste gen Himmel bei Songs wie „Blood Of Heros“ oder „Dragons Never Die“ und es wird bei den halsbrecherischen Gitarrensoli mitgefiebert.

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Die Stimmung ist am Kochen und einmal ganz tief Luft holen, bevor es rasant weitergeht mit April Art. Hier heißt es nochmal alle Energien mobilisieren, denn diese Band ist ein absolutes Rock-Metal-Gewitter. Da flirrt die Luft ab dem ersten Ton als die rot-schwarz gekleideten Musiker die Bühne betreten. Frontfrau Lisa-Marie zeigt sich bestens gelaunt und unermüdlich. Die raue Stimme sorgt für Gänsehaut, was eine willkommene Abkühlung darstellt – zusammen mit der riesigen Wasserpistole, mit der sie freudig das Publikum bewässert. Und auch von den Grabenschlampen kommt eine Erfrischung aus dem Wasserschlauch, unterstützt von wasserspeienden Schneekanonen. Das ist auch notwendig, denn wenn April Art mit Hits wie „Painkiller“ oder gar einer Coverversion von „Master Of Puppets“ ankommen, geht es rund im Pit.

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Ein absoluter Dauerrenner am Rockharz ist Powermetal. Und das bekommen die Festivalgänger ab 17:35 auf der Rock Stage von Primal Fear geboten. Nachdem die vorigen Bands das Publikum bereit so angeheizt haben, kann das ja nur explosiv werden. Mit neuer Bandbesetzung und einem von den Toten auferstandenen Mat Sinner, der nach Jahren Krankheit und Genesungsprozess wieder auf der Matte steht, zeigt sich die Band sympathisch und gut gelaunt. Die alt-neu-gemischte Truppe um Ralf Scheepers harmoniert so gut, als hätten sie nie etwas anderes gemacht, als zusammen zu musizieren. Natürlich dürfen hier Hits wie „Chainbreaker“ oder „Metal Is Forever“ nicht fehlen.

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Nach Rhapsody Of Fire (Fotos unten) steigert sich langsam der Härtegrad. Mit „While We Sleep“ beginnen Insomnium ihr Set direkt mit einem Brett von Melodic Death Metal. Die Finnen zeigen sich in Bestform. Mit einer gut gemischten Setlist, darunter „Lilian“ und „Heart Like A Grave“, bieten die Songs mit melancholischem Touch dem Publikum genug Spielraum, um sich zu bewegen oder wie in Trance zu lauschen.

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Ein passendes Vorspiel, bevor Dark Tranquillity die Dark Stage erklimmen. Diese gehen ab wie die Rakete, die auf dem Banner im Hintergrund prangt. Ein stets gut gelaunter Frontmann grinst bis über beide Ohren und schmettert Songs wie „Forward Momentum“ und dem Überhit „Atoma“. Ein Auftritt so heiß wie die Sonne. Mitreißend, von bester Qualität und mit einer sichtlich großen Spielfreude. Dark Tranquillity sind wohlverdient in den letzten Jahren in den Line-Ups und Besucherzahlen emporgestiegen und der Trend zeigt nicht abzunehmen. Die Schweden schließen mit „Misery’s Crown“ mit einem Knaller ab.

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Es bleibt nordisch auf der Rock Stage, mit einem Genrewechsel. Um 21 Uhr und endlich kühleren Temperaturen legen Clawfinger mit ihrem einzigartigen Rap-Metal nach einem kurzen James Bond Goldfinger Intro los. Mir persönlich fehlen in der Setlist ein paar alte Hits, aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Clawfinger Rockharz 2025 Headbangen
Clawfinger Rockharz 2025 Headbangen

Denn die Band gibt 100 % Vollgas und auch neue Songs wollen live präsentiert werden. Die Norweger zeigen sich seit ein paar Jahren als extrem spielwütig, verlieren dabei jedoch nie an Energie oder Qualität, wie sie nun erneut beweisen. Die Band ist ein tolles Team on Stage und es macht Spaß ihnen zuzusehen. Das Publikum rockt fleißig mit und bei dem letzten Song „Do What I Say“ bleibt keine Kehle still.

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Den Sonnenuntergang begleiten Apocalyptica stimmungsvoll mit einer Coverversion von Ennio Morricones „The Ecstasy of Gold“. Ein starker und gelungener Break zum vorangegangenen Programm. Die restliche knappe Stunde erklingen ausnahmslos Metallica Coversongs im Streichformat. Rein instrumental, wie es das apokalyptische Markenzeichen ist, ziehen die Cellisten in ihren düster-melancholischen Bann. Der Gesang wird vom Publikum ausgeglichen, das aus vollen Metalherzen mitsingt. Die Nacht könnte nicht eindrucksvoller beginnen.

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„Hell, Fire And Damnation“ heißt es dann bei dem Headliner des Mittwochs Saxon. Mit dem einzigen Festivalauftritt vor der anstehenden Operation von Sänger Biff, drehen die alten Herren mit „Dogs Of War“, „Heavy Metal Thunder“ oder „Crusaders“ zu Höchstleistungen auf. Und von wegen alt! Bei diesen Heavy Metal Urgesteinen stimmt das Sprichwort, dass Alter nur eine Zahl ist. Mit starkem musikalischem und körperlichem Einsatz zeigen die Briten, dass die Rente noch lange nicht in Sicht ist. Mit der Zugabe „Princess Of The Night“ entlassen Saxon die begeisterte Menge in die Nacht. Wir wünschen Biff an dieser Stelle vorab eine gute Genesung! Auf dass sie die Bühnen bald weiterhin so rocken können wie beim diesjährigen Rockharz.

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Wer jetzt noch genug Energie hat, bekommt bei Soulfly auf Dark Stage die letzte Möglichkeit des Tages vor der Bühne alles zu geben. Und die Band lässt dem Publikum keinerlei Verschnaufpause. Bei Songs wie „Jumpdafuckup“ ist der Titel Programm. Zu den fetten Riffs und dem satten Groove der Band wird gesprungen, die Moshpits laufen heiß, die Crowdsurfer schweben über die Menge und das Headbangen bleibt ein steter Begleiter. Soulfly holen noch einmal alles aus dem Publikum raus. Die Stimmung kocht noch einmal richtig auf und die Band wird mit großem Applaus gebührlich verabschiedet.

Nach 1:30 Uhr ist dann endgültig Schluss für den ersten fulminanten Programmtag. Was für ein Tag, was für ein Abriss!

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Rhapsody of Fire Fotos:

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(MS)