Rockharz 2025, auf in den Hochsommer – Donnerstag

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Innerhalb von 2 Stunden waren 50% der Tickets weg, nach sieben Tagen war das Rockharz 2025 ausverkauft, auch Tagestickets für den Festival-Samstag wurden online schnell gehandelt wie Gold. Wer also schnell genug zugegriffen und sich im Anreisestau ordentlich hat grillen lassen wird nun mit dem 59 Bands starken Line Up, dem vielfältigen kulinarischen Angebot, alkoholischen Spezialitäten im Headbangers Heaven, einem Penny Press Automaten und einem Souvenierstand belohnt.

Falls dennoch mal Langweile aufkommen sollte, gäb es es noch die Rockharz-Runners, jeden Morgen 5 Kilometer um den Zeltplatz laufen, ist scheinbar nicht für jede:n eine Strafe.

Neben den normalen Autogrammstunden gibt es noch die Möglichkeit, täglich beim Glücksrad am NoCut Stand viele tolle Preise abzuräumen und ein paar Special Aktionen mit verschiedenen Bands stehen auch auf dem Programm.

Neuerungen gibt es dieses Jahr auch einige, die Montagsanreise für Wohnwagengespanne wird wohl in Serie gehen. Ebenso die erfreulich schnell ausgebuchten Termine für eine Hochzeit auf dem Rockharz. Acht Paare werden sich in diesem Jahr auf dem Vorplatz zum Infield das Ja-Wort gegeben und wahrscheinlich laufen schon jetzt im Standesamt in Ballenstedt die Telefone heiß.

Außerdem ist die erste Version einer App verfügbar, mit der Menschen mit Sehbehinderung zum Beispiel die Orientierung auf dem Gelände und die Nutzung der Running Order oder der Speise- und Getränkekarten erleichtert werden soll. Auf der Seite des Rockharz sind dazu noch viele weitere Informationen verfügbar, das Angebot ist beeindruckend und der Fokus auf Inklusion für Menschen mit Behinderung auf jeden Fall ein großes Lob an das Team wert.

Der heißeste Rockharz Tag seit der Wetteraufzeichnung? 38 Grad und kaum ein Lüftchen, eine Strategie:

Wer sich am Donnerstag zu früher Stunde und wahrscheinlich mit ordentlich Sonnenbrand schon  ins Infield schleppt, der wird mit rheinländischen Herzlichkeit von Kupfergold auf der Darkstage begrüßt. Jede Frage nach der Daseinsberechtigung wird sogleich mit „Kupfer und Gold“ beantwortet, auch wenn Sängerin Bonnie Banks selbst überrascht zu sein scheint: „Unfassbar, dass so eine gammeige Mittelalter-Folk- Band wie wir beim Rockharz spielen!
Offenbar eine sehr gute Entscheidung, die Polonaise im Publikum, die Crowdsurfer und die unendlichen Zugabe-Rufe sprechen jedenfalls für sich.

 

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Weiter geht es mit Gothic-Metal aus Schweden. Mister Misery lassen es mit „Eye of the Storm“ gleich zu Beginn richtig krachen. Sänger Harley Vendetta feuert die Fans an: „Make some fucking noise!“ Der Wunsch ist natürlich Befehl und auch der Circlepit in den vorderen Reihen hat durchaus das Potential zum Sandsturm. Außerdem gibt es gleich zwei Neuerungen zu feiern: sowohl die erst im Mai erschienene Single “Into Oblivion“ kann auch live überzeugen und der  neue Bassist Kammo Olayvar hat seine Bewährungsprobe beim ersten gemeinsamen Auftritt hervorragend gemeistert.

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Es bleibt schwedisch, denn nun zieht The Gems die Menge in ihren Bann. Eigentlich eine rein weibliche Besetzung, doch heute muss Rasmus Ehrnborn an der Gitarre aushelfen. Falls jemandem die Damen bekannt vorkommen sollten, der ist ihnen wahrscheinlich bei Thundermother bereits über den Weg gelaufen. Das Debut Album „Phoenix“ erschien erst 2024, dennoch merkt man ihnen die Bühnenerfahrung an. Sängerin Guernica Mancini funkelt nicht nur dem Bandnamen nach, sondern auch mit ihrer Persönlichkeit. Mit „Kiss It Goodbye“ legt sie der Menge nahe, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Der rockige, rhythmische Sound begeistert die Fans und lädt zum tanzen ein.  Mit dem gleichnamigen Song „The Gems“ ist der Auftritt viel zu schnell vorbei.

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The New Roses starten ihr Set mit einem Paukenschlag, „Attracted To Danger“ rüttelt das Infield aus dem Nachmittagstief. „Bring The Thunder“ ist kein Vorschlag, sondern ein Befehl. Freunde der gepflegten Rockmusik kommen hier voll auf ihre Kosten.  Zu „Glory Road“ wagt Sänger Timmy Rough sogar einen Abstecher über den Wellenbrecher und lässt sich in der Menge feiern.

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Schlachtenlärm ertönt und ein Wikinger ruft zu mächtigen Hammerschlägen: „Are you ready for the kings?“. Das kann nur eins bedeuten, die Warkings sind in den Harz eingefallen.  „Armageddon“ eröffnet die Schlacht… äh, das Set und legt gleich mal ein ordentliches Tempo vor. So können sich die Fans schon mal auf den morgigen Release des gleichnamigen fünften Albums einstimmen. Es ist selbstverständlich, dass diese frohe Kunde weiter in die Welt getragen werden muss, um der Menschheit den wahren Heavy Metal zurück zu bringen.

Sänger Georg, seines Zeichens Tribun in der Band fordert: „Rockus Harzus, beim nächsten Song will ich die drei Worte ‚We Will Fight‘ hören!“ andernfalls würde Michael Wendler in den Charts aufsteigen. Diese Konsequenzen möchte niemand tragen, aber auch ohne Drohung ist „Fight“ ein Publikumsliebling und über Lücken in den Kampfreihen kann sich nun wirklich niemand beschweren. Das ist aber dem Tribun zu friedlich. Ein Circlepit.. äh, „Eye Of The Storm“ sollte schon drin sein. Kein Problem für die Warriors und Shieldmaiden, zur Not wird sich auf der Stelle einfach im Kreis gedreht. „Spartacus“ und „We Are The Fire“ heizen noch mal ordentlich ein und eine dicke Staubwolke zieht über das Infield.
Ein letzter Schlachtruf: „Let’s conquer the charts!“ ertönt und die Menge entlässt unter donnerndem Applaus die siegreichen Krieger.

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Ein riesiges Banner im Bar-Flair prangt auf der Rockstage. Vollkommen klar also, Versengold sind los! Kaum stehen die Musiker auf der Bühne ruft Sänger Malte mit einem breiten Grinsen:  „Rockharz, habt ihr Bock zu feiern?“ Ein kollektives Gebrüll lässt Zustimmung vermuten, die Menge ist voller Vorfreude, mit „Niemals sang- und klanglos“ und Luftschlangenkanonen kann die Party losgehen.
Spätestens bei „Der Tag, an dem die Götter sich betranken“ springt das ganze Publikum mit, blaue Riesenballons fliegen über die Köpfe hinweg. Der Abend wird kühler, aber die Stimmung der Fans heizt sich erst so richtig auf.
Ganz exklusiv wird die erste Single vom kommenden Album präsentiert, obwohl diese erst am Folgetag erscheint. In der Sammlung der besungenen Fabelwesen fehlte bislang noch der Klabautermann, aber es wäre ja zu einfach, es dabei zu belassen. Eine „Klabauterfrau“ muss her!„Mein Leben wurde schon sehr oft von Frauen durcheinander gebracht.“, kommentiert Malte mit einem schelmischen Grinsen.
Ein weiteres Highlight ist „The Devil Is A Barmaid“, begleitet von Feuerfontänen und  den ersten Crowdsurfern. Eine riesige Staubwolke vor der Bühne verrät, dass darunter ausgelassen gefeiert und getanzt wird. Zu „Haut mir kein‘ Stein“ wird es jedoch etwas ruhiger; ein bewegendes Lied, das Band und Fans unter die Haut geht und einen eindrucksvollen Kontrast im Set schafft. Doch es wären ja nicht Versengold, wenn sie das Ruder nicht gleich wieder herumreißen würden.
Thekenmädchen“, als Hommage an das fleißige Thekenpersonal auf dem Rockharz und als Mahnung an alle Schockverliebten.

Mit “Im Bier sind Dinge drin“ und „Kobold im Kopp“wäre dann übrigens auch geklärt, dass man gar nicht immer an all dem Unfug Schuld ist, der sich im Alltag so ergibt.
Für „Die letzte Runde“ steigt Malte mitten in die Menge um dort ganz nah bei den Fans zu singen. Ein kleiner, intimer Moment zum Durchatmen. Das war auch nötig, denn zum Abschluss gibt es natürlich wieder einen Knall, „Butter bei die Fische“ entfacht einen riesigen Circlepit und das ist gar keine schlechte Übung, denn…..

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Heaven Shall Burn stehen in den Startlöchern. Hiraes-Frontfrau Britta Görtz übernimmt heute erneut den Gesangspart, da Marcus Bischoff leider krankheitsbedingt ausfällt. Doch Britta beweist vom ersten Ton des Openers „Übermacht“ sehr eindrucksvoll, dass sie den Platz auf der Bühne nicht nur füllt, sondern regelrecht regiert. Sie hat das Publikum sofort in ihrer Hand und dirigierte Circlepits und Crowdsurfer.
Außerdem bedankt sie sich überschwänglich und leicht ungläubig bei den Fans und der Crew für den herzlichen Empfang und diese verrückte Reise. Mit ihrem Charme und ihrer Energie hat sie sich sofort in die Herzen gegrowlt.
Zu „Voice Of The Voiceless“ fordert sie: „So viele Crowdsurfer, wie ihr tragen könnt!“ und dem wird natürlich sofort folge geleistet. Die Security hat im Graben alle Hände voll zu tun und natürlich erhalten die Grabenschlampen dafür auch ein fettes Lob: „Die flippen die hier mit dem kleinen Finger runter!

Kleinere Flammen züngeln auf mehreren Ebenen der  Bühne und große Feuerfontänen erhellen die Nacht, während Songs wie „March Of Retribution“, „Godiva“ und „Black Tears“ den Harz zum Beben bringen. Zwar  lassen sich hier und da ein paar Schönheitsfehler in den Vocals finden – angesichts der immensen Leistung von Britta und der fast komplett neu zusammengesetzten Crew ist das allerdings vollkommen zu vernachlässigen. Zum Ende der Release-Woche des neuen Albums „Heimat“ darf natürlich auch „Empowerment“ nicht auf der Setlist fehlen. Die Message ist klar: „Lasst euch von all dem Negativen, das auf die Menschheit einprasselt nicht unterkriegen, bleibt positiv!“ Das Rockharz ist der letzte Festival- Auftritt von Heaven Shall Burn in diesem Sommer und Britta wird noch einmal von der Band lobend hervorgehoben, unter anderem mit dem charmanten Spruch: „Hätte ich im Kindergarten eine tolle Frau malen müssen, ich hätte dich gemalt!“. Mit Pyro, Paukenschlag und Raketen präsentiert sich „Endzeit“ und für „Tirpitz“ übernimmt Gitarrist Alexander Dietz das Mikrofon, um ein klares Statement gegen Größenwahn und Nazi-Schrott in der Metal-Szene zu setzen.


Zum Abschluss betritt Sänger Marcus die Bühne und möchte sichtlich gerührt noch ein paar Worte an die Fans richten. Er verspricht: „Beim nächsten Rockharz-Auftritt gibt’s ein Duett mit Britta!“ Das Publikum jubelt, doch schließlich sind wir hier ja hier bei einem Metal-Festival: „Widerlich, so viel Harmonie! Zeit für einen richtig krassen Metalsong!

Und so endet der Abend mit einem letzten Befehl: „Circlepit starten!“ und dem Hammer „Hunters Will Be Hunted“.

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Passend zur späten Stunde betreten Nachtblut im todschicken Corpse Paint die DarkStage. Im Fokus des Auftritts steht ihr Anfang des Jahres veröffentlichtes Album „Todschick“, die Fans sind bereits beim gleichnamigen Titeltrack, als auch bei  „Manchmal kommen sie wieder“ sehr textsicher. Ein langer Tag liegt bereits hinter den Festivalbesucher:innen, doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. „Multikulturell“ wird lautstark mitgesungen und gefeiert, ein Schrei-Duell zwischen Männern und Frauen im Publikum lässt alle nochmals ihre letzten Reserven zusammenkratzen.

Oben ohne, dafür mit Dreispitz auf dem Kopf betritt Sänger Askeroth für „Stirb Langsam“ die Bühne. Der Anblick dürfte noch mal ein paar Lebensgeister motiviert haben. Zu „Leierkinder” darf trotz des düsteren Images getanzt werden und das Prinzen-Cover „Alles nur geklaut“ lässt wohl den ein oder anderen noch mal kurz einen verwirrten Blick auf die Running Order werfen.

Wem jetzt das noch nicht genug dunkel-düster-Stimmung war kann sich im Anschluss noch mit Non est Deus in Religionskritik üben und den zweiten Tag des Festivals ausklingen lassen.

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Fotos von Asenblut

Fotos Green Lung

Memoriam

J.B.O.

SODOM

King Diamond

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(VD)