
Hier geht’s zum Donnerstag, Freitag und Samstag!
Der Freitag beginnt mit Modern-Metal der Arctis, Sängerin Alva Sandström begrüßt die noch etwas verschlafene Menge: „We came all the way from Finland to wake you up, Rockharz!“, und das gelingt ihnen auch. Sogar drei T-Rex finden sich auf dem Infield ein (hoffentlich haben die schon gefrühstückt) und feiern ausgelassen mit. „I’ll Give You Hell“, die erste Single ihres Debütalbums lockt auch den letzten Morgenmuffel zur Dark Stage– ein gelungener Start in den Tag.

Klick aufs Logo für große Fotos!
Wer die Rockharz Runners zu früherer Stunde verpasst hat, ist jetzt bei Defects genau richtig. Die Engländer holen ihren eigentlich schon für 2024 geplanten Auftritt nach und haben offensichtlich ein bisschen Frühsport im Gepäck. Zu dem „Auf-die-Fresse“-Metalcore wird der Menge von Sänger Tony Maue von Circlepit bis Wall of Death alles abverlangt. Natürlich eine leichte Übung für die begeisterten Fans und auch aus sicherer Entfernung ein Riesenspaß.

Klick aufs Logo für große Fotos!
Beim Auftritt von Harpyie geht es gleich zu Beginn richtig zur Sache: Mit einer Harpyienmaske im Gesicht betritt der Sänger Aello die Bühne und ruft den Fans ein kraftvolles „Rockharz, ich möchte euch tanzen sehen!“ entgegen. Man merkt ihm und auch der Menge die Freude und Erleichterung an, der Auftritt stand auf der Kippe, da Aello seine Stimme aufgrund von Überanstrengung schonen musste. Er konnte sich glücklicherweise erholen und die Show entwickelt sich rasant zu einer energiegeladenen Party.

Die Band lässt keine Zweifel an ihrer Bühnenpräsenz: Mit Songs wie „Voodoo“ von ihrem letzten gleichnamigen Album und dem mitreißenden „Ikonoklast“ bringen sie das Publikum zum Mitsingen und Tanzen. Harpyie liefern einen Sound, der nicht nur Fans von Folk- und Mittelalter-Rock begeistert, sondern auch Metal-Freunde voll auf ihre Kosten kommen lässt. Auch das Luna Luna Cover „Wenn ich tot bin“ betont diesen Facettenreichtum.
Wer den Auftritt unentschuldigt verpasst hat, hat Ende des Jahres eine zweite Chance: Harpyie gehen auf Headliner-Tour und haben heute bestimmt noch einige zum Kartenkauf bewegen können.
Klick aufs Logo für große Fotos!

Any Given Day geben alles, um die Nachmittagsflaute mit krachenden Drums und Feuerfontänen zu vertreiben. Es ist ihr erster Auftritt beim Rockharz, aber vermutlich nicht der Letzte. „Wir brauchen jeden Funken Energie, der in euren geschundenen Körpern noch vorhanden ist!“, verlangt Sänger Dennis Diehl, und den bekommen sie. Die durchgegarte, staubpanierte Menge scheut sich nicht vor einem Circlepit, dafür werden sie von den Grabenschlampen mit ein bisschen Wasser gegen den aufsteigenden Drecktornado belohnt. Vor der Wall of Death darf die erste Reihe jeder Seite noch 10 Liegestütze machen, na klar doch. „Unbreakable“ ist der nächste Song und gleichzeitig das Stichwort, um die Hölle losbrechen zu lassen. Hoffentlich wird der Titel von allen wörtlich genommen. Passend zum Wüstenfeeling und der Staublunge setzt die Band sich Cowboy-Hüte auf und es hätte wohl niemanden gewundert, wenn zu „Come Whatever May“ noch ein paar Steppenläufer durchs Infield gerollt wären.
Klick aufs Logo für große Fotos!

Einhörner des Harzes, versammelt euch! Gloryhammer stehen in den Startlöchern und mit „The Land Of The Unicorns“ wäre schon mal die Frage geklärt, warum heute so viele böse, biertrinkende Metaller mit Einhorn-T Shirts oder -Kostümen jeder Art herumlaufen. Für Sänger Sozos Michael ist es der erste Auftritt im Harz, die Band war zum letzten Mal vor sieben Jahren Teil des Line-ups, damals noch mit Thomas Winkler als Angus McFife.
„Fly Away“ ist ein nachvollziehbarer Wunsch, wenn man in schwarzer Lederrüstung auf einer Bühne mit unendlich vielen Scheinwerfern steht. Wer hier ganz sicher nicht weg möchte, sind die Fans, die Mischung aus epischem Power Metal und humorvoller Bühnenshow zieht alle in ihren Bann. Sogar ein Lob darf die Menge sich zum Schluss noch in die flauschige Regenbogenmähne flechten: „You have impressed me, Rockharz! And that’s why I’ll take every single one of you to the Hootsforce!“. Frisch rekrutiert geht es weiter zu „The Unicorn Invasion of Dundee“ und es gibt ein Versprechen zum Abschied: „We will return to Rockharz!“. Dem Jubel und Applaus nach kann das gar nicht schnell genug passieren.
Klick aufs Logo für große Fotos!

Genug geglitzert, jetzt ist Kontrastprogramm angesagt. Die Sonne geht unter, also Zeit für Cradle of Filth die Rock Stage zu erobern.
Drumset und Keyboard stehen hinter spitzen, schmiedeeisernen Gartenzäunen, wie man sie von der Addams-Family kennt. Die Dark-Metal-Band ist gerade in Deutschland auf Tour, um ihr neues Album „The Screaming Of The Valkyries“ angemessen zu präsentieren. Der Abstecher in den Harz freut die Fans sehr, zahlreich versammeln sie sich für dieses Spektakel vor der Bühne. Und die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Mit „To Live Deliciously“ und „The Forest Whispers My Name“ geht es hinab in die etwas eigenwillige, düstere Welt. Natürlich darf auch der Titeltrack ihres 1994 erschienenen Debütalbums „The Principle Of Evil Made Flesh“ nicht fehlen. Sänger Dani Filth zeigt sich stimmlich in Topform und führt mit gewohnt theatralischer Präsenz durch das Set. Das unverzichtbare Finale mit „Her Ghost In The Fog“ entlässt das Publikum zufrieden in den Abend.
Klick aufs Logo für große Fotos!

Beim Auftritt von Mono Inc. wird es laut, dunkel und emotional. Die Dark-Rock-Band spielt natürlich auf der Dark Stage, wie könnte es anders sein. Nach „Louder than Hell“ begrüßt Sänger Martin das Publikum und erzählt, dass das Rockharz eines ihrer Lieblingsfestivals ist: persönlich, herzlich, man fühlt sich angekommen, sobald man das Gelände betritt. Da scheint es der Menge nicht anders zu gehen, Jubel und zustimmende Rufe begleiten den Applaus.
Mit dem neuen Song „In My Darkness“ gibt die Band einen ersten Vorgeschmack auf ihr kommendes, bereits 13. Studioalbum „Darkness“, das im August erscheint. Die treue Raven Community ist natürlich im großen Schwarm herbeigeflogen und feiert ihre Band lautstark, besonders bei Klassikern wie „Lieb Mich“, „Voices Of Doom“ und natürlich dem unverzichtbaren „Children Of The Dark”, dass das Set kraftvoll abschließt.

Besonders zu erwähnen ist, wie scheinbar mühelos Drummerin Katha Mia beim Spielen mit fast elfengleicher Stimme singt. Eine bewundernswerte Leistung.
Zum Schluss gibt es noch einen erfreulichen Ausblick: Im Oktober startet die bisher größte eigene Tour der Band – ein Pflichttermin für alle Fans von Mono Inc. und dunklem Rock.
Klick aufs Logo für große Fotos!

Noch verhüllt ein rotes Tuch mit dem Powerwolf-Logo die Rock Stage. Als es mit dem Opener „Plague“ fällt, bricht ein Inferno los: Feuerwerk, Feuerfontänen und eine riesige LED Leinwand statt eines Banners lassen die überforderten Synapsen durchbrennen. Die Menge ist völlig außer sich, die Begeisterung kocht von der ersten Sekunde an über.
Hier und heute wird die heilige Heavy Metal Messe nach allen Regeln der Kunst zelebriert. Gemeinsam singen, tanzen und springen; das fordert Sänger Attila mit Nachdruck ein. Das Publikum zeigt sich anfangs noch etwas zögerlich, sodass er mehrfach nachhaken muss. Doch als Belohnung folgt die Segnung mit „Incense and Iron“, die Menge springt und eine dichte Staubwolke steigt auf.
„Vielen Dankeschön! Ihr seid unsere Heavy-Metal-Armee!“, ruft Attila. Genau genommen also die „Army Of The Night“, darauf scheinen sich einige Besucher:innen besonders gefreut zu haben. Die dröhnenden Begeisterungsrufe hätten wohl auch ein paar Harzer Hirsche zu den rumänischen Wölfen locken können.
„Seid ihr bereit, das Feuer des Heavy Metal zu entfachen? Hebt die Faust! Wer Amen sagt, muss auch Attack sagen!“ Spätestens jetzt brennt buchstäblich die Luft, unterstützt von Falk an der legendären Feuerorgel.

Die visuelle Inszenierung ist überwältigend. Überall auf den LED-Bildschirmen sind ikonische Wolfsmotive mit brennenden Waffen zu sehen, ab und zu erhellen Feuer und Funken die Nacht. Man weiß kaum, wohin man zuerst schauen soll.
Nun lädt Attila zum Tanz, vor „Dancing With The Dead“ legen er und Falk ein paar sehr gekonnte Walzerschritte aufs Parkett. Dieser Anblick kann nur von den anschließenden Luftschlangenkanonen und einem Feuerwerk getoppt werden.
Für „Armata Strigoi“ muss die Menge erst einmal ein paar eher anspruchsvolle Tonfolgen lernen, nimmt die Herausforderung aber tapfer an, was von Attila mit einem „Geil!“ quittiert wird.
Die Setlist lässt keine Wünsche offen und der Auftritt scheint viel zu schnell vorbei. Attila lobt das Publikum: „Diese Nacht hat mir zwei Dinge gezeigt: Ihr seid total verrückt und vom Heavy Metal besessen!“
Schließlich geht das Konzert nach „Werewolves Of Armenia“ mit einem gigantischen Abschlussfeuerwerk über der Bühne und einem Funkenregen zu Ende. Powerwolf haben geliefert, die Messe ist gelesen: laut, feurig und voller Wahnsinn.
Klick aufs Logo für große Fotos!

Gesegnet und müde vom Kampf geht es jetzt zurück auf den Campground, die Nacht wird vermutlich kurz und dann heißt es noch mal Kräfte sammeln: Der Festival-Samstag als großes Finale des diesjährigen Rockharz steht an.
Seasons in Black
Vader
Draconian
Die Kassierer
Overkill
Solstafir
Hier geht’s zum Donnerstag, Freitag und Samstag!
(VD)
