
Wie jedes Jahr am ersten Augustwochenende öffnet das Fährmannsfest auf der Fährmanninsel in Linden seine Pforten. Zwischen großer Musikbühne und kleinerer Kulturbühne auf der Faust-Wiese gibt es wieder eine Menge zu entdecken, wenn die Stadtteile Linden und Limmer zum Stadtteilfest mit Kinderprogramm laden. Dabei wird vor allem jungen und regionalen Bands eine Bühne gegeben.
Leider verpassen wir The Redflags, von denen die diesjährige Ausgabe des Fährmannsfests eröffnet wird.

Pünktlich zu Itchy sind wir dann aber ebenso vor Ort wie das zahlreich erschienene Publikum. Als die Moderation die Bühne betritt, hört der Regen auf, und bevor Itchy bejubelt werden, wird erstmal der Sonne applaudiert. Dann zeigen sich Itchy mit ihrem Pop-Punk auf Deutsch und Englisch sichtlich begeistert davon, dass im Publikum keiner mehr stillsteht. In dem einen oder anderen Pit werden die Regentropfen abgeschüttelt, während die Band mit Songs wie „Dancing in the Sun“ klare Positionen für Menschlichkeit bezieht.
Weil „es hier oben zwar cool ist, aber bei euch da unten bestimmt cooler“, will Sänger Sibbi alle tanzen sehen. Die Songs machen Spaß und gute Laune, so kann das Wochenende beginnen. Zum Abschluss gibt es zum Klassiker „Why still bother“ einen Moshpit, den man wohl aber eher als „Matsch-Pit“ bezeichnen müsste.
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Danach wird es mit The Subways international. Die britische Band, die etwas langsamer, aber nicht im Mindesten weniger kraftvoll unterwegs ist als Itchy, ist dieses Jahr auch auf Geburtstagstour, nachdem die letzte geplante Tour coronabedingt ausgefallen war.
Die Fans trotzen dem wieder einsetzenden Regen und feiern zu „Oh Yeah“ oder „Rock&Roll Queen“. Irgendetwas überzeugt die Band auch hier, dass die Party vor der Bühne deutlich cooler sein muss, als darauf. Kurz vor Schluss springt Sänger und Gitarrist Billy oberkörperfrei in den größten Moshpit, den er finden kann.
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In der Umbaupause unterhält Uli Sailor mit seinem Soloprojekt Punkrock Piano die Besucher. Wer hier ein klassisches Klavierkonzert erwartet, ist hier allerdings nicht am richtigen Ort. Schließlich gibt es statt einem klassischen Konzert Cover von Wizo oder Nofx ebenso wie eigene Kompositionen.
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Anschließend geht es mit den Donots weiter, die den ersten Abend abschließen. Schon kurz vor Beginn, als noch „Girls just wanna have fun“ vom Band läuft, stimmt das Publikum mit ein. Die Vorfreude ist sichtlich groß, als die Moderation dann endlich die Donots ankündigt. Beim Opener „Auf sie mit Gebrüll“ bildet sich bereits der erste Moshpit, auf den noch viele weitere folgen sollten. Schließlich stellt Sänger Ingo fest: „Das ist ein Bass und das ist ein Publikum, das durchdreht dazu“, womit er ohne Zweifel recht hat.
Auf Deutsch und Englisch geht es durch das Programm und dementsprechend durch über 30 Jahre Bandgeschichte. Die Fans sind dabei unglaublich textsicher und springen und grölen zu allen energiegeladenen Songs mit.
Natürlich beziehen auch die Donots eine klare Position gegen Nazis und rechtes Gedankengut aller Art. Stattdessen empfehlen sie scherzhaft „wählt doch einfach uns – die Donots Partei Dooflands“ und ernten dafür reichlich Zuspruch. Die Coverversion von „We’re not gonna take it“ bringt auch die letzten Zuschauer, die bis jetzt nur mit dem Fuß wippten, zum Tanzen.

Zum Abschluss wird es mit „Eine letzte Runde“ und „So long“ ruhiger und die Handytaschenlampen werden für ein Lichtermeer gezückt. Auch nachdem die letzten Akkorde verklungen sind, wird noch fleißig weiter gesungen, bevor die Moderatoren Pia und Stefan die Fans in den Abend verabschieden.
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(ND)
