Freitag – Staub, Schweiß und viele Crowdsurfer – Das Reload Festival 2025

Die Sonne brennt, der Staub hängt in der Luft – und trotzdem scheint die Energie unerschöpflich. Freitag auf dem Reload heißt Genresprünge, volle Power und kaum Verschnaufpause.

Für einen unterhaltsamen Start in den Festivaltag sorgt ab 10:30 Uhr Mambo Kurt auf der Heist Plazastage mit seiner humorvollen Heimorgel-Show. Trotz der frühen Uhrzeit zieht er bereits zahlreiche BesucherInnen an, die gut gelaunt mitsingen und tanzen. Unterhaltsamer Start in den Festivaltag.

Celestial Sanctuary drehen den Kontrast hoch: Düsterer Deathcore wuchtet über das Gelände. Einige Köpfe nicken im Takt, andere headbangen wild drauflos, während sich die ersten Circle Pits zaghaft zur Schwere der Gitarren und den tiefen Growls formen.

Our Promise -Reload Fetival 2025
Our Promise -Reload Fetival 2025

Mit Our Promise folgt eine junge Metalcore-Band, die bei praller Mittagssonne für frische Energie sorgt – und das Publikum lässt sich nicht lange bitten: Schon wirbeln die ersten Circle Pits über den Platz. Die Stimmung vor der Bühne ist ausgelassen, die Luft vibriert förmlich vor Energie, während die Band ihre Leidenschaft und Spielfreude sichtbar in jeden Ton legt. Das gesamte Festivalgelände wird auch langsam etwas voller.

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Breakdown of Sanity – Reload Festival 2025

Auf der Impericon Mainstage übernehmen nach einem kurzfristigen Line-up-Wechsel Breakdown of Sanity mit neuem Sänger. Der technisch präzise, massive Metalcore der Schweizer überzeugt sofort. Auch wenn der Platz vor der Bühne noch nicht komplett gefüllt ist, springt die Energie der Band direkt auf die Crowd über.

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Workshop & Experimente

Screaming-Workshop mit David Dannenberg – Reload Festival 2025

Wir machen einen Abstecher zur Tentstage. Dort findet von 13:30 bis 14:30 Uhr ein Screaming-Workshop mit David Dannenberg statt. Trotz der Hitze ist das Zelt voll, die Leute sitzen zunächst auf Bierbänken, bis David alle bittet, vor die Bühne zu kommen – im Stehen lassen sich Atemübungen besser umsetzen. Zunächst geht es um Bauchatmung und Atemstütze, dann folgen Übungen wie „Hecheln wie ein Hund“ oder das Nachahmen von Hundebellen und Gorilla-Knurren, um False Cords zu trainieren. Für Fry Screams werden Katzen, miaut oder Weingeräusche auf hohen Tönen ausprobiert. Später zeigt David, wie man die Stimme nach außen projiziert, ehe Kiefer-, Zungen- und Lippenübungen die Stunde abrunden. Der Workshop ist sehr gut besucht, die Stimmung ist konzentriert, aber auch spielerisch – viele lachen über die Geräusche, die sie selbst machen. Es ist ein besonderer Moment abseits des großen Bühnenprogramms.

Reload Festival 2025

Weiter geht es über das Festivalgelände. Schon vor dem Eingang beginnt das Reload-Erlebnis: Tentstage, Karussell und Rodeo-Kuh sorgen für Stimmung. Auf dem Festivalgelände gibt’s gutes, wenn auch teures Essen, viele Shopping-Möglichkeiten mit Shirts, Schmuck, Piercings und Tattoos. Die Festival-Crowd trägt meist Schwarz als Grundfarbe, doch bunte Haare, schrille Accessoires und sogar zwei Bräute in Hochzeitskleidern stechen heraus. Vor den Bühnen wird’s wild: Schlauchboote, aufblasbare Krokodile, Seifenblasen und Konfetti mischen sich in die Pits– selbst die Sanitäter am Bühnenrand bleiben nicht verschont. Reload ist mehr als Musik: ein kreatives, buntes Festivalerlebnis.
Die Sonne brennt, der Staub hängt in der Luft – und trotzdem scheint die Energie unerschöpflich.

Downset – Reload Festival 2025

Heist PlazastageDownset: Die Band bringt Rap-Hardcore aus den 90ern zurück – grob, wütend, politisch. Schon beim ersten Song springen die vorderen Reihen, während die Sonne noch gnadenlos auf den Platz knallt. Während die etwas „älteren“ Festivalgäste noch gemütlich beim ersten Bier sitzen, sind es vor allem die jüngeren Festivalgänger, die direkt vor den Bühnen für Bewegung sorgen. Viele scheinen zum ersten Mal beim Reload zu sein. Voller Neugier und Energie stürzen sich einige in die ersten Circle Pits, hüpfen, pogen und feiern ihre Bands. Diese Euphorie steckt schnell das ganze Umfeld an. Es wirkt fast, als wollten sie das Gelände wachrütteln.

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Hanabie! - Reload Festival 2025
Hanabie! – Reload Festival 2025

Auf der Impericon Mainstage folgen Hanabie: grell, verspielt, mit poppigem Anime-Vibe und voller Core-Breakdowns. Ein bunter Farbfleck im Line-up: Neonfarben, schrille Kostüme, Kawaii trifft Hardcore. Vor der Bühne sammeln sich besonders viele jüngere Fans, einige im Cosplay, die textsicher jede Zeile mitbrüllen. Die Stimmung ist ausgelassen, fast schon wie ein kleiner bunter Gegenpol zum restlichen, meist schwarz gekleideten Festivalvolk.

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Rivers of Nihil - Reload Fetival 2025
Rivers of Nihil – Reload Fetival 2025

Rivers of Nihil sorgen auf der Heist Plazastage für eine dichte, progressive Death-Atmosphäre. Virtuose Riffs, jazzige Einschübe und harte Growls verweben sich zu einem dichten Klangteppich. Einige im Publikum stehen andächtig, fast wie gebannt, andere lassen sich in wilder Ekstase von den Grooves tragen.

Langsam wird es auch voller vor dem Festivaleingang. Immer mehr Leute ziehen gemütlich von den Zeltplätzen auf das Festivalgelände vor die Bühnen und stärken sich zwischendurch an einer der vielen Buden mit leckerem Essen oder einem kühlen Bier.

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The Halo Effect - Reload Festival 2025
The Halo Effect – Reload Festival 2025

The Halo Effect mit ihrem schwedischen Melodic Death packt das Publikum vor der Mainstage. Die Band, komplett aus ehemaligen In-Flames-Mitgliedern, bringt geballte Routine und ein Gefühl von musikalischer Heimat mit. Sänger Mikael Stanne zeigt eindrucksvoll, warum seine Stimme Kultstatus hat – zwischen melancholischem Melodiegesang und aggressiven Shouts. Hier merkt man: auch viele ältere Festivalgänger stehen inzwischen vor der Bühne, nicken im Takt und genießen die Wucht des Sounds.

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Prong – Reload Festival 2025

Prong legen im Anschluss Groove-Metal-Riffs über punkige Attitüde. Direkt, rau, kompromisslos – ein Sound, der das Publikum aufmischt. Kurze, knackige Songs lassen die Stimmung hochschnellen.

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Landmvrks – Reload Festival 2025

Ein absoluter Höhepunkt des Nachmittags sind Landmvrks auf der Impericon Mainstage. Hier eskaliert die Stimmung komplett: Circle Pits reißen auf, Hände fliegen in die Luft. Als die Band die Crowd zum Surfen auffordert, gibt es kein Halten mehr. Die Securitys heben nonstop die croudsurfenden Fans vor der Bühne herunter – eine schweißtreibende Show.  Es wirkt, als hätte die Band beinahe schon Headliner-Format, so laut und euphorisch feiert das Publikum.

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The Exploited - Reload Festival 2025
The Exploited – Reload Festival 2025

Gleich danach verwandeln The Exploited die Plaza Stage in ein Staub-Ritual aus rohem UK-Punk. Pogo, Circle Pits, Staubwolken – ein chaotisches, aber grandioses Punk-Spektakel. Hier treffen Jung und Alt, Metalheads und Punks, alle auf denselben Nenner: einfach alles rauslassen.

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Ministry – Reload Festival 2025

Auf der Impericon Mainstage übernehmen schließlich Ministry. Düster, politisch, kompromisslos – Industrial Metal in voller Härte. Klassiker und neue Songs wechseln sich ab, begleitet von Videoscreens voller Kritik und apokalyptischer Bilder. Die Beats hämmern direkt in die Brust, das Licht flackert bedrohlich. Hier herrscht eine andere Stimmung: schwer, intensiv, fast beklemmend – und doch feiern die Fans jede Sekunde. Spätestens jetzt ist das Festivalgelände voll, „jung“  und „alt“ sind gleichermaßen angekommen und genießen gemeinsam die Soundwucht.

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Coldrain - Reload Festival 2025
Coldrain – Reload Festival 2025

Coldrain aus Japan liefern eine perfekte Mischung aus Post-Hardcore mit poppigen Hooks. Aggressiv und eingängig zugleich. Die Menge springt mit, textsicher werden die Refrains geschrien, und zwischen all den harten Metal-Sets fühlt sich ihre Show fast wie ein frischer Windstoß an. Immer mehr Menschen strömen nun auf das Gelände, der zweite Festivaltag ist in vollem Gange.

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Gojira – Reload Festival 2025

Dann übernehmen Gojira. Die Menge vor der Mainstage bebt. Mit Songs wie „Backbone, „Flying Whales“ oder „Mea Culpa“ (bekannt von der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele) lassen die Franzosen eine überwältigende Soundgewalt auf das Publikum los. Drummer Mario Duplantier sorgt mit seinem „Mehr Doppelpedal?“-Schild für ein Highlight, das Publikum brüllt im Chor. Die visuelle Gestaltung des Auftritts, unterstützt durch beeindruckende Licht- und Videoeffekte, verstärkte die Wirkung der Musik und trug zur Gesamtatmosphäre bei.  Insgesamt war Gojiras Auftritt beim Reload Festival 2025 ein Paradebeispiel für die Energie und Leidenschaft, die die Band auszeichnet. Ihre Fähigkeit, komplexe musikalische Elemente mit einer mitreißenden Bühnenpräsenz zu verbinden, machte diesen Auftritt zu einem der Höhepunkte des Festivals.

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Machine Head – Reload Festival 2025

Zum ersten Mal beim Reload: Machine Head als Headliner. Robb Flynn feuert die Menge mit Humor, launigen Ansagen und vereinzelten Bierwürfen an, die direkt im Publikum landen. Klassiker wie „Davidian“ und „Halo“ krachen aus den Boxen, während Circle Pits auf dem Festivalgelände aufbrechen und Fans mit erhobenen Pommesgabeln mitsingen. Besonders gefeiert wird das Sepultura-Cover „Territory“, bei dem Joe Duplantier von Gojira überraschend auf die Bühne kommt. Die Menge tobt, Crowdsurfer werden durch die Reihen getragen und die Energie ist unglaublich. Pyros, Flammen und ein imposantes Feuerwerk synchron zu „Halo“ verwandeln die Impericon Stage in ein visuelles Inferno. Die Mischung aus treibenden Riffs, mitreißenden Shouts und interaktiver Bühnenpräsenz sorgt dafür, dass die Fans jeden Moment aufsaugen. Das ist Headliner-Klasse pur, ein Höhepunkt des Reload 2025, der noch lange nachklingt.

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Wer danach noch Energie hat, feiert bei The Browning auf der Plazastage weiter: Electro-Metalcore, harte Beats, tanzbare Synths und letzte Moshpits. Ein rauschendes Finale des zweiten Festivaltages. Einige feiern die Nacht noch im Partyzelt weiter, andere fallen müde aber zufrieden ins Zelt oder trinken noch das ein oder andere Getränk in netter Runde. Ein zweiter, lauter, aber enspannter Festivaltag geht zu Ende.

Drowining Pool Fotos

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(MR)