KNORKATOR werden 30 und fordern die „Weltherrschaft für Alle!“ CD Review

Es gibt immer wieder Bands, bei denen sich immer wieder die Geister scheiden, die ganz bewusst polarisieren, sich dabei immer wieder neu erfinden und doch ganz authentisch sie selbst dabei bleiben. Dabei sind sie für die einen einfach nur der (Band gewordene) Untergang der Musikkultur in diesem Land – nur laut und chaotisch, wahnsinnig, albern und durchgeknallt. Für andere wiederum sind sie die musikalische Offenbarung schlechthin, mit großem Unterhaltungswert, musikalischer Vielfalt, mal bitterböse, immer wieder ironisch und sarkastisch, aber auch mal sehr politisch mit Aussage oder nur ’ne „Boygroup“ – oder schlichtweg „Die meiste Band der Welt“ die einfach nur Spaß macht, vor allem wenn man sie live erleben darf.

Wobei man gerade bei dieser Kapelle, namens KNORKATOR, nie so genau im Vorfeld                            weiß, was da eigentlich wirklich passieren wird oder besser gesagt man sollte bei KNORKATOR mit allem rechnen. Die Berliner Band verlangt, seit ihrer Gründung so um 1994, ihrem Publikum immer wieder eine gehörige Portion ganz besonderen und „feinfühligen“ Humor ab, denn die Herren, allen voran Alf Ator (Keyboard), Stumpen (Gesang), der eine unüberhörbare klassische Gesangsausbildung genossen hat und Buzz Dee (Gitarre) haben, wie der geneigte Fan weiß, eine ganz besondere musikalische Auffassung. Dabei werden oft sehr gewagt die Grenzen der Klassik, des Rock / Pop / Punk und Metal immer wieder locker und bewusst überschritten, verbunden mit reichlich Krach, unvorhersehbaren Überraschungen versehen und ausgestattet, um jeden Song „Der meisten Band der Welt“ zu etwas besonderen zu machen. So geschehen auch auf ihrem neuesten musikalischen Werk, das schlicht und einfach „Weltherrschaft für Alle!“ heißt.

Hier stellen die Musiker vom ersten Stück an klar, was sie damit meinen. Dabei würzen sie ihr neuestes Studioalbum so facettenreich, dass der Begriff Musikrichtung geradezu veraltet wirkt, um musikalisch alle möglichen Stile ganz geschickt miteinander zu verknüpfen. Hier trifft Inbrunst auf Schrulligkeit, Härte auf Melancholie und Melodie, Lachen auf Weinen, Action auf Drama. KNORKATOR brechen, wie seit rund 30 Jahren immer wieder erprobt, mit allen Konventionen, sorgen nach eigenen Angaben ganz gezielt „für Verwirrung, Stirnrunzeln und Begeisterungsstürme.“ So ist „Weltherrschaft für Alle!“ ein Album mit vielen albernen Späßen, mal bitter, mal böse, aber auch zwischen den Zeilen nachdenklich („Unkraut“ oder „Unheil“).

Knorkator auf musikmag.de

Ob fettes Soundgewitter oder feinsinnige Melodien – KNORKATOR erweisen sich einmal mehr sowohl musikalisch als auch textlich als Meister ihres Fachs. So halten Sie der modernen Spaß- und Musikgesellschaft mit zum Teil bitterer Ironie und Offenheit bei „Evolution“ den Spiegel vor und machen sich, mit viel „Krawallklamaukhaudrauf“ und auch ernsthaft Sorgen um die Kultur und Musiklandschaft im Kleinen und im Großen.

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Evolution

 

Trotz allem aber machen KNORKATOR Spaß und der typische Humor der Band kommt dabei trotz ernster Töne nicht zu kurz, außerdem und da wird die Band oft unterschätzt sind sie richtig gute technisch bewanderte Musiker, die wissen wie man live oder auf CD begeistert und Widersacher schockiert. Auch auf ihrem neuen Album, sind sie immer noch ganz lieb und ganz böse zugleich und haben eine riesige Freude daran, musikalische Dummheiten zu begehen. Das Ganze verpackt in ihren neuen Songs und der Neuauflage einiger Klassiker der Band (+ einer kurzen Instrumentalnummer namens ACDC), die es in sich haben und genaues zuhören, trotz allem Klamauk durchaus erlauben.

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KNORKATOR – Steh auf (OFFICIAL VIDEO)

Mit anderen Worten typisch KNORKATOR und doch völlig neu und anders! RESPEKT! Und Glückwunsch zum 30.! Auf die nächsten 30 Jahre! Das Album erscheint übrigens als CD mit vielen Fotos, als Vinyl und als Fanbox mit vielen Extras.

Aktuelle Besetzung

Stumpen (Gero Ivers)                      Gesang

Alf Ator (Alexander Thomas)         Keyboard, Gesang

Buzz Dee (Sebastian Baur)              Gitarre

Rajko Gohlke                                   Bass

Philipp Schwab (seit 2020)              Schlagzeug

Monika + Stefan Peter

Live Foto  + Bandfoto: Stefan Peter

Cover: Edel

Mehr Informationen zu Tour und über die Band unter:

https://knorkator.de