

Am 16.10. hieß es im Musikzentrum Laserschwert und Hammer bereitzuhalten: Die Grailknights haben sich den ganzen Sommer in ihrer Burg verschanzt, um mit einem neuen Album das Gute zu verteidigen. Das geht im Team natürlich besser, also sind an diesem Donnerstagabend Tungsten und All for Metal mit dabei.

Als Tungsten, angereist aus Schweden, den Abend eröffnen, ist noch etwas Platz vor der Bühne. Aber alle, die erschienen sind, sind überaus motiviert. Kauft man schließlich eine Karte für die Grailknights, rechnet man ja sowieso mit ziemlich viel sportlicher Betätigung. Da ist gutes Aufwärmen gefragt, und das machen Tungsten mit ihrem etwas düsteren Power Metal exzellent. Das Quartett reißt das Publikum vom ersten Moment an mit und hilft gewaltig dabei, die Temperatur im Musikzentrum zu erhöhen. Mike Andersson jongliert am Mikrofon mit Tönen, muss dabei aber etwas gegen ein eher schepperndes Schlagzeug und quietschige Gitarren ansingen. Schade eigentlich, stört aber die Stimmung nicht im Geringsten.
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Als All for Metal an den Start gehen, wird es vor und auf der Bühne deutlich voller. Bei 6 Bandmitgliedern + 2 Walküren bleibt auf der Bühne gar nicht mehr so viel Platz. Die Vorstellung spielt, gemäß Bandkonzept, mit allen Klischees, die sich im Metal finden lassen. Das beginnt textlich bei Hymnen mit Ohrwurm-Charakter, die sich von nordischer Mythologie „Born in Valhalla“, bis hin zu chinesischem Kalender „Year of the Dragon“, mit so ziemlich allem beschäftigt. Vorgetragen wird das Ganze mal einzeln, mal im Duett von Tetzel und Antonio. Dabei harmonieren die beiden so unterschiedlichen Stimmen live deutlich besser, als auf den beiden Alben der Band. Während Tetzel für Growls und tiefe Stimmen verantwortlich ist, bedient Antonios Klargesang fast alle Oktaven mit beachtlichen Sprüngen in der Tonhöhe und Melodie. Zusammen mit einer eingängigen Mischung aus Power Metal mit teilweise folkigen Elementen und den exzellenten Tanzeinlagen der beiden Walküren lässt sich das ganze Musikzentrum bereitwillig mitreißen. Allen Klischees zum Trotz.
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Nach ungefähr einer Stunde werden dann die Äxte und Hämmer weggesteckt und die Laserschwerter gezückt. Schließlich muss ja noch ein Gral zurückerobert werden.

Einen Tag vor dem eigentlichen Release des neuen Albums gibt es davon eine ordentliche Kostprobe. Direkt zu Beginn mit „Yes Sire!“ zum Beispiel. Damit bekommt der Schlachtruf der Grailknights auch endlich seine eigene Vertonung. Die eignet sich mit episch klingendem Refrain wunderbar als Opener. Auch vom schon veröffentlichten „Grail Gym“ weht Wind des neuen Albums ins Musikzentrum, obwohl man sich thematisch treu bleibt. Denn – wer den Gral zurückwill, muss auch kämpfen können.
Ein kleines bisschen aufgeregt ob der neuen Stücke sind die Beschützer des Guten dann vielleicht doch, Sir Optimus Prime redet noch schneller als sonst und stellt fest: „wir kämpfen weiter – sonst verlaber ich mich hier“. Dahaben weder Band noch Publikum Einwände und so geht es weiter mit anderen prominenten Monstern, zum Beispiel „Cthulu“, das bei keinem Konzert…bei keinem Kampf gegen Dr. Skull fehlen darf. Auch bei „Muscle Bound for Glory“ sitzen die wehenden Umhänge perfekt, der Battlechoir grölt lautstark mit. Opti und seinen Rittern ist der Spaß sichtlich anzumerken.

Nach fleißiger Lichtschwerwerbung gibt es mit „Necronomicon“ auch etwas düsterere Klänge. Das bringt gute Abwechslung rein. Das Gleiche gilt für die Ballade „Eyes of the Enemy“, die textlich schon etwas nachdenklich macht. Nach dieser ruhigen Unterbrechung, der ansonsten flotten Show geht es fast direkt weiter mit etwas Battlechoir-Gymnastik. Sovereign Storm lässt die Gitarre sinken und die Muskeln spielen, was der Battlechoir ihm gleichtut, bevor es mit einem Medley sämtlicher Power Metal tauglicher Serienintros auf die Ziellinie zu Dr. Skull geht.
Allem Widerstand zum Trotz gelingt es den tapferen Helden der Battle of Metal auch an diesem Abend wieder, Dr. Skull den Gral zu entreißen und in die heimische Burg zu bringen.
Das muss gefeiert werden, und zwar heute zum ersten Mal mit dem neuen Titeltrack „Forever“. Aber das soll es natürlich noch nicht gewesen sein, als es mit „Pumping Iron Power“ einen wahrlich kraftvollen Abschluss dieses Tourauftakts gibt.
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(BD)
