Zeit, das Schweigen zu brechen.

Beyond the Black Capitol Hannover
Beyond The Black (C) Isabelle Hannemann (externer Instaram Link)

Beyond The Black auf musikmag.de

Wagen wir einen kleinen Höhenflug, bemühen ein paar Kategorien, öffnen ein paar Schubladen und werfen ein paar Begriffe in den Raum, um Label wie modernsymbioticaccessible mal gehört und diesen Abend musikjournalistisch ausstaffiert zu haben.

Hübsch dekoriert ist auch das Capitol, denn die Fans der heutigen Bands – egal welchen Alters – strahlen dunkelbunt und trotzen Kälte, Eis und Glätte.

Seraina Telli (C) Isabelle Hannemann (externer Instaram Link)

Seraina Telli bringt den Frühling.
Ein Garten aus Farben. Ein grüner Kobold, ein Elfchen, das weiß, dass „Straight-in-your-Face-Rock“ nicht immer wehtun muss, um Wirkung zu entfalten. Ihre Songs ranken, verzweigen sich, schlagen Wurzeln zwischen Pop und Punk. Emotionale Lyrics, melodische Verästelungen, ein lichter Sound – Tellis Stimme im engen Dialog mit den Drums. Ein bunter Strauß aus Songs über Haltung, Selbstermächtigung und emotionale Eigenverantwortung, eingehegt in ein helles Klangkonzept. Nicht belehrend, nicht erklärend – sondern selbstverständlich und ursympathisch.

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SETYØURSAILS (C) Isabelle Hannemann
SETYØURSAILS (C) Isabelle Hannemann (externer Instaram Link)

SETYØURSAILS geben sich da deutlich dunkelbunter.
Hier wird die Anheizerpose ausbuchstabiert, der Boden fester, der Puls schwerer. Jules Mitch feuert an, treibt, reißt mit. Sie steht nicht still, weil Stillstand diesem Sound widersprechen würde. Modern Metal ist Austausch, Rückkopplung, kollektive Bewegung. Die Gitarren drücken, die Breakdowns zwingen zur Entscheidung: mitgehen oder stehenbleiben. Die Stimme steht vorne, weil sie muss. Führung ist hier körperlich gedacht. Riffs wie Betonplatten. Direkt. Zeitgenössisch. Unmissverständlich. Vielleicht dürfte Mitch sich selbst dabei noch ein wenig mehr vertrauen. Weniger Einpeitscher, weniger Ansagen – mehr Raum für die Songs. Manchmal ist weniger mehr.

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Beyond The Black (C) Isabelle Hannemann
Beyond The Black (C) Isabelle Hannemann (externer Instaram Link)

Und dann Beyond The Black.
Der Vorhang fällt, der Raum öffnet sich, Jennifer Haben und Band werden emphatisch empfangen. Symphonic Metal, der seine Nähe zur Popmusik kennt und sie nicht verleugnet. Große Refrains, klare Linien, orchestrale Farben – nichts davon als Selbstzweck. Jennifer Habens Stimme steht im Zentrum wie ein Kompass: führend, fokussiert, souverän. Keine Operngeste, kein Pathosüberschuss. Stattdessen Songs, die tragen, verbinden, Stärke in der Verletzlichkeit skizzieren und Kontraste feiern. Nähe und Distanz. Kontrolle und Hingabe. Das Licht jenseits der Schatten. Hier ist der Name Programm, das Publikum tanzt und liebt’s.

„It’s time to break the silence
Speak up, say it loud
Your time’s running out“

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Was diesen Abend und das Line-up besonders macht, ist nicht die Tatsache, dass hier Frauen am Mikrofon stehen. Es ist die Selbstverständlichkeit, mit der sie den Ton angeben.
Drei Acts.
Drei musikalische Handschriften.
Drei Mal Souveränität.

Ein kleines Spektakel, ein Fankonzert, ein Antanzen gegen die Kälte, die draußen, vor dem Capitol knirscht.

Beyond The Black auf musikmag.de

(IH)

Paint It Black (The Rolling Stones song)

Break the Silence

Hysteria

Rising High

Heart of the Hurricane

Reincarnation

Songs of Love and Death

Wounded Healer (Synth version)

Ravens

The Flood

Lost in Forever

Written in Blood

Let There Be Rain

When Angels Fall

Shine and Shade

In the Shadows

 

Encore:

The Art of Being Alone (Chris Harms on screen)

Running to the Edge

Hallelujah