Freitag – das heißt Hawaiitag

Die Sonne scheint, es stürmt ein bisschen. Das Wetter ist im Gegensatz zu Grabenschlampen, Security und Fotografenbande nur teilweise hawaii-würdig. Egal, bei ROCKHARZ ist Halbzeit und die halbe Woche auf dem Acker macht sich langsam in jeder Hinsicht bemerkbar.

Hawaii Hemd Secu Grabenschlampen Rockharz 2026
Grabenschlampen Rockharz 2026

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Haggefugg – ROCKHARZ Open Air 2026
Christian Plath

Frühaufsteher sind die Besucher trotzdem, bereits zur zweiten Band um 12:00 Uhr ist es im Infield ziemlich voll. Haggefugg haben dabei sämtliche Attribute, die eine Mittelalter-Rock-Band so braucht: Feierlaune, Lust, zu Tanzen, Dudelsack, flotte, leichte Takte und die Fähigkeit, einen Flugplatz eher in ein mittelalterliches Markttreiben zu verwandeln. Die Jungs haben Elan und die Spielfreude springt sogleich auf die Fans über. Zwischen den üblichen Themen, die sich vor allem mit Met und Bier beschäftigen, finden sich immer wieder Stücke, die an Lebensfreude und Vergänglichkeit erinnern. Das ROCKHARZ wird wach, und das Zuhaus-Gefühl, etwa in „Daheim“ wird greifbar. Nach einer halben Stunde geben die Kölner ab an Motorjesus, die mit deutlich schwereren Klängen daherkommen.

ROCKHARZ 2026 – Band Motorjesus

ROCKHARZ 2026 - Band Cypecore
Cypecore

Der Freitag erwartet das Publikum außerdem mit Modern Death Metal von Cypecore. Eine Band, die live immer fantastisch abliefert. In dystopisch futuristischen Outfits erscheinen die Bandmitglieder auf der Dark Stage und starten ihr Set mit „The Alliance Alliance“. Doch leider hat die Band, auf die ich mich am meisten gefreut habe, die schlechteste Soundeinstellung des Wochenendes. Ein einziger Soundmatsch tönt aus den Boxen und der Gesang ist bei den ersten Songs fast gar nicht zu hören. Als zu „Patient Zero“ der Circle Pit eröffnet wird, hat sich der Sound eingependelt – jedoch keinesfalls so gut, wie die Cypecore tatsächlich sind. Wirklich schade, denn aus Erfahrung weiß ich, dass sie live qualitativ immer super sind. Doch der Pit ist ungebremst – würde ein Circle Pit Strom erzeugen, hätte man bei diesem Song für 1 Jahr vorproduziert. Die Handys im Publikum filmen nicht mehr die Bühne, sondern den Pit. Während der Milan am Himmel segelt, als würde er da oben die Musik genießen, geben Cypecore trotz Soundproblemen alles. Wir hoffen auf eine Revanche!

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ROCKHARZ 2026 - Hiraes - Britta
Hiraes – Britta

Ein weiterer Abriss folgt. Britta Görtz, die im letzten Jahr bei Heaven Shall Burn auf deren Tour und beim ROCKHARZ ausgeholfen hat, tritt dieses Jahr mit ihrer Band Hiraes auf. Und diese gehen gleich volle Pulle nach vorn. Britta ist wie immer gut gelaunt und strahlt mit der Sonne um die Wette. Ihre Stimmgewalt ist ungebremst und man merkt ihr an, dass sie ihren Traum lebt. Sie hat eine Energie und Ausstrahlung, die ansteckend ist und natürlich lässt sich das Publikum nur zu gerne anstecken. Gegenseitig pusht man sich hoch, bis Britta sich selbst in die Menge begibt und den Circle Pit ankurbelt.

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Band Gothminister - ROCKHARZ 2026
Gothminister

14:35 Uhr folgen Gothminister auf der Dark Stage. Ein Urgestein, das bislang vermehrt in der Gothicszene vertreten war (und immer noch ist) bringt zur Abwechslung ein wenig Gothic Metal mit. Der Sänger, Gothminister, nach dem Bandnamen benannt oder umgekehrt, mit schwarz-weiß geschminktem Gesicht und dem etwas rüschig-barock angelehnten Frack, hat Hits wie „Ich Will Alles“, „Liar“ und „We Come Alive“ im Gepäck. Allerdings nicht dabei sind die Werwolf-Baby-Puppe und andere an Alice Cooper erinnernde Geisterbahn-Requisiten, die sonst für weitere Unterhaltung sorgten. Wahrscheinlich ist die Spielzeit zu knapp. Allerdings mit an Bord der ehemalige Gitarrist von Wisborg: Nikolas Eckstein. Eine Freude ihn wieder live zu sehen, denn wie man es von ihm kennt, geht er völlig in der Musik auf und schafft sich on Stage eine Sphäre, in der er sich tänzerisch bewegt. Ein gelungener Auftritt von Gothminister, bei dem auch mal der Sound stimmte – zumindest in den vorderen Reihen.

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ROCKHARZ 2026 - Band Rauhbein
Rauhbein (weitere Fotos unten)

Es folgt die bunte Mischung aus Folk-Rock von Rauhbein, bei dem wie gewohnt die Kehlen geölt werden und mitgegrölt wird, gefolgt von einem Break mit dem Hardcore-Sound von Walls Of Jericho aus Detroit, die den Pit zum Beben bringen.

ROCKHARZ 2026 - Band Walls Of Jericho
Walls Of Jericho (weitere Fotos unten)
ROCKHARZ 2026 - Band Fiddlers Green
Fiddlers Green

Die nächste 180 Grad Wendung im Genre vollführen dann Fiddler’s Green mit ihrem schnellen Irish Folk. Schlicht mit schwarzen Shirts und Westen gibt es eingängige handgemachte Musik. Mit der Eigenbezeichnung „Irish Speedfolk“ meinen die sechs Musiker aus Erlangen es ernst: Finger fliegen über die Saiten und zu „Victor and His Demons“ oder „Yindy“ fliegt das Publikum in einem stürmischen Tanz umher. Es wird auf der Menge gesurft, gejubelt und gefeiert. Die Texte der eigenen Song und der irischen traditionellen Lieder kennt auch vor der Bühne jeder.

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ROCKHARZ 2026 - Band Biohazard
Biohazard

Es folgen Biohazard. Die 90er Hardcore Legenden begeistern gleich bei den ersten Tönen von „Urban Discipline“. Natürlich ist die Band in die Jahre gekommen, doch ihre Energie und Live Qualitäten sind es nicht. „Fuck The System“ oder „Punishment“ lassen Fäuste in die Höhe schnellen und Pits anregen. Es ist immer wieder schön, wie das ROCKHARZ solch verschiedene Stile im Line Up unterbringt und doch alles wie ein Puzzle zusammenpasst.

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ROCKHARZ 2026 - Band Subway to Sally
Subway to Sally

Schon lange keine mittelalterlichen Töne mehr gehört. Doch da sorgen Subway to Sally für Abhilfe. 20:40 Uhr begleiten sie das ROCKHARZ mit Schalmei, Dudelsack und Drehleier in den Sonnenuntergang. Diese Band, so oft gesehen und doch immer wieder aufs Neue toll, startet ihr Programm mit „Was Ihr Wollt“. Und das Publikum will jetzt definitiv diese Band, bei jedem Song wird mitgesungen. Selbstverständlich dürfen „Eisblumen“ und „Sieben“ im Set nicht fehlen. Subway to Sally haben so viele Hits in ihrem Repertoire, dass sie zwei Mal ein Medley einbauen.

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ROCKHARZ 2026 - Band Airbourne
Airbourne

Die Australier von Airbourne erscheinen mit dem typischen Terminator Intro auf der Dark Stage. Gut gelaunte Musiker liefern ein rockiges Brett. Sänger und Leadgitarrist Joel O’Keeffe ist kontaktfreudig, er begibt sich auf die Schultern der Grabenschlampen und fräst so durch das Publikum. Als ob ein weiteres Aufheizen notwendig wäre. Zu guter Letzt wird die Bierdose am Kopf zerdrückt. Auch wenn die Show so ziemlich die gleiche wie vor drei Jahren ist, lässt die Energie der Rocker nicht nach. Eine perfekte Vorbereitung für das Kommende.

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ROCKHARZ 2026 - Band Kreator
Kreator

Auch der Main Act des Tages ist Wiederholungstäter. Um 22:50 Uhr fällt der Vorhang für Kreator auf der Rock Stage. Es folgen 90 Minuten geballte Trash-Metal-Power. Mit Fackeln zu Beginn des ersten Songs „Seven Serpents“ und Vampiren beim Zwischenspiel „Sergio Corbucci Is Dead“, bevor „Hate Über Alles“ angestimmt wird.

ROCKHARZ 2026 - Band Kreator - Britta Görtz
Kreator – Britta Görtz

Mit einer Wucht fegen sie wie eine Urgewalt über das brechend volle Infield. Zwar erahnt man schon fast den nächsten Schritt, den nächsten Song und die nächste Ansage, denn viel geändert hat sich am Auftritt nicht. Doch wer so performt wie Kreator, der darf das. Als Highlight holt die Band zu „Tränenpalast“ nochmal Britta Görtz auf die Bühne. Auch wenn noch mit folkigen punkigen Takten folgen, stellen Kreator für die meisten Besucher DEN großen Abschluss des Tages dar.

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ROCKHARZ 2026 - Band Saint City Orchestra
Saint City Orchestra

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(MS & BD)

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Rauhbein

Walls Of Jericho

Die Apokalyptischen Reiter

P.O.D.