
Eigentlich hört es Nino de Angelo so gar nicht gerne, aber er hat es mittlerweile schon zu einem echten Kultstatus in der deutschsprachigen Musiklandschaft geschafft. Mit Hits wie „Jenseits von Eden“ produziert von Drafi Deutscher oder „Samurai“ aus der Feder von Poptitan Dieter Bohlen feierte der Sänger große Erfolge und ein vermeintlich gutes Leben auf der Sonnenseite des Lebens. Aber wie das nun mal ist im Leben, das Schicksal schlägt manchmal erbarmungslos zu und meinte es nicht immer gut mit dem Sänger, der sich immer noch durch sein enormes Stimmvolumen auszeichnet, das man bei den meisten heutigen Künstlern nur noch ganz selten findet.

So lernte Nino de Angelo auch immer wieder die Schattenseiten des Ruhmes mit vielen tiefen Abstürzen, Krisen, Süchten, Ängsten und so mancher Nacht der Verzweiflung, sowohl im beruflichen als auch im privaten Leben kennen, so das viele, die sein Leben beobachten, schon des Öfteren dachten, das war’s mit dem talentvollem Sänger. Nicht nur einmal sah es so aus, als wäre es das gewesen mit der Karriere, die er bewusst oder auch vielleicht unbewusst im Selbstzerstörungsmodus an die Wand zu fahren schien …
Doch Nino de Angelo hat sich nie so ganz aufgegeben, auch wenn er völlig am Boden lag, ganz im Gegenteil, er hat sich immer wieder aufgerappelt, neu erfunden und dabei nicht nur sich selbst, sondern auch seine Fans überrascht. Mit seiner Gold-ausgezeichneten Trilogie „Gesegnet und Verflucht“ legte der Sänger nicht nur ein geniales Comeback hin, sondern auch für sich eine neue rockigere Marschrichtung vor, die bei Herrn de Angelo kaum jemand erwartet hätte. Mit seinem neuen Album „Irgendwann im Leben – Jetzt & Live“ bringt der Sänger sein erstes live Album Markt. Aufgenommen bei seiner erfolgreichen Tour, die ihn in viele Hallen führte, präsentiert Nino de Angelo hier die Lieder seinem letzten Album +Bonus intensiv, authentisch und voller Energie.

Als besonderes Extra enthält die neue Edition, eine Live-Version seines Hits „Jenseits von Eden“, sowie drei brandneue Songs, darunter die gefühlvolle Ballade „Liebe fühlt sich anders an“ im Duett mit Marina Marx.
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Nino de Angelo, Marina Marx – Liebe fühlt sich anders an (Offizielles Musikvideo)
Auf „Irgendwann im Leben = Jetzt & Live“ erzählt Nino de Angelo vom Blick in den Spiegel, verbunden mit der Besinnung auf das wirklich Wichtige. Vom Entschleunigen, vom Innehalten und davon, den Augenblick zu genießen, statt andauernd irgendwelchen Oberflächlichkeiten hinterherzujagen. Und nicht zuletzt auch von viel Dankbarkeit und der Demut, jeden neuen Tag genießen zu dürfen. Ein Punkt der Einsicht, den Nino in berührenden Worten und einer noch nie dagewesenen emotionalen Tiefe in Form von unter die Haut gehenden Songs festgehalten hat.
„Es sind die Werte, die man nicht für Geld kaufen kann“, kommentiert der Sänger, das, was ihn zu seinem neuen Album inspiriert hat, „Nichts ist so wertvoll wie die Momente, in denen es einem gut geht. Diese Erkenntnis hat auch bei mir Zeit gebraucht, aber all die materiellen Dinge sind nun einmal vergänglich und machen alleine einfach nicht glücklich. Man kann sich für Geld zwar alles kaufen, Gesundheit und Lebenszeit aber eben nicht. Glück kann man nur in sich selbst finden. Es kommt von innen, nicht von außen. Ich habe gelernt, mich wieder selbst zu lieben. Das macht mich happy. Genauso wie meine Arbeit. Das Musizieren, Musik zu schreiben, zu singen, auf der Bühne zu stehen, ein Album zu produzieren.“
So gewährt Nino de Angelo sehr persönliche, intime und schonungslos offene Einblicke in sein Seelenleben. Im Laufe seiner Karriere hat er alle Höhen und Tiefen des Lebens kennengelernt und die Herausforderungen des Schicksals souverän gemeistert und gerade deshalb sind seine neuen Lieder authentischer denn je. So ist es vor allem positive Energie, die Nino de Angelo auf seinem neuen Album in einem Mix aus melodiösem Poprock und stimmungsvollen Singer-Songwriter-Einflüssen kanalisiert. Gemeinsam mit Co-Produzent George Kousa (Andrea Berg, Wolkenfrei) und Songwriter:innen wie Sotiria, Justin Balk (Udo Lindenberg, Santiano) oder Lalo Titenkov (Yvonne Catterfeld, Dieter Bohlen) ist es ihm gelungen, die schwermütige Härte seiner letzten beiden Alben aufzubrechen und mit einer positiven Leichtigkeit auszustatten.
Wobei es textlich auch um essenzielle Themen wie die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit, um Durchhaltewillen und den Mut zum Neuanfang geht.
„Mein Lebensmotto war schon immer `Aufstehen und weitergehen`“, zeigt sich Nino maximal unbeeindruckt von sämtlichen gesundheitlichen und privaten Rückschlägen der letzten Jahre. „Auch wenn es manchmal gar nicht so einfach ist. Man darf alles tun, nur nicht aufgeben. Ich bin das beste Beispiel dafür, dass es funktioniert.“
Eine neu definierte Offenheit zwischen schonungsloser Selbstbespiegelung, unerschütterlicher Resilienz und der Suche nach Nähe, die sich auch in der nachdenklichen Midtempo-Ballade „Dämonen“ wiederfindet. Für Nino einer der wichtigsten Songs seines neuen Albums, der eines der wohl wichtigsten Bedürfnisse im Leben ausdrückt: „Das nach Liebe, Zuneigung, Wärme und Geborgenheit. Ich bin ein Mensch, dem Liebe sehr, sehr viel bedeutet“, gibt sich Nino ungewohnt ernst. „Ganz egal, ob das Selbstliebe ist, die Liebe zu meinen Eltern, die Liebe zu meinen Kindern, die Liebe zu anderen. Ich bin auch ein Mensch, der sehr viel Liebe geben möchte. Natürlich brauche ich auch Liebe. Ich möchte das Gefühl haben, geliebt zu werden. Wer den Glauben an die Liebe verliert, verliert den Glauben an das Leben. Ich lebe mit meinen Dämonen; muss mit ihnen leben. Ich habe auch viel zu viel getrunken und Drogen genommen. Das sind alles Dämonen, die nicht von heute auf morgen verschwinden. Man muss schauen, wie man mit ihnen umgeht. Das war und ist für mich immer gefährlich. Sich die Wahrheit einzugestehen, tut immer weh.
Man braucht jemanden an seiner Seite, den man sehr liebt.
Ich habe tatsächlich wieder gelernt, mich selbst zu lieben und dadurch eine Frau gefunden, die ich lieben kann und bei der ich weiß, dass sie mich auch liebt. Diese Liebe hat mir meine ganze Lebensenergie wiedergegeben.“
Wobei besonders aus dem neuen Album das Stück „Du bist mein Fleisch und Blut“ heraussticht. Nino de Angelo sagt dazu: „Das Vater-Tochter-Verhältnis zu thematisieren, war die Idee meiner Co-Songschreiberin Sotiria. Alle Eltern machen sich Sorgen, wenn ihre Tochter nachts durch die Stadt zieht und fragen sich, wer sie wohl nach Hause bringt. Man ist ständig in diesem Zwiespalt zwischen Besorgnis und Loslassen gefangen. Je älter man wird, desto mehr beschäftigt man sich damit. Obwohl es unheimlich schwer ist loszulassen, ist es sehr wichtig, weil es einen sonst zermürbt. Ich habe immer versucht, meine Kinder zu beschützen und würde alles für sie tun. Sie sollen ihr Leben so leben, wie sie es wollen, aber ich passe natürlich auf. Und ich bin immer für sie da, wenn sie mich brauchen.“
https://music.youtube.com/watch?v=hFOkAtxDeUg
Und weiter: „Ohne meine Musik könnte ich nicht existieren. Es ist eine schöne Aufgabe und ein wunderbarer Beruf für mich. Ich bin Vollblut-Musiker und könnte mir nichts anderes vorstellen. Ich bin heute einhundertmal besserer Künstler, als ich es früher war. Man braucht diese Entwicklung, die Lebenserfahrung, die Reife, damit die Leute einem abnehmen, was man da oben auf der Bühne verzapft. Irgendwann ist jetzt! Irgendwann sollte nicht so weit weg sein. Man sollte im Hier und Jetzt leben, die Welt ist heute viel zu schnelllebig. Vor allem sollte man sich im Klaren darüber sein, worum es im Leben wirklich geht.
Es geht um die Liebe und es geht um die Familie und es geht darum, dass wir diese begrenzte Zeit, die wir auf der Erde sind, so gut wie möglich nutzen und auch für andere Menschen da sein sollten. Das ist die Botschaft, die mir wichtig ist.“
Und genau diese Botschaft hat der Sänger live bei seiner Tour, die in Kürze fortgesetzt wird, auf, und auch bei seinem Doppelalbum „Irgendwann im Leben – Jetzt & Live“, die Fahnen geschrieben. Da bleibt mir nur zu sagen: Wer die Stimme von Nino de Angelo mag und offen ist für neues wie der Sänger selbst, hat mit Sicherheit Spaß an den poprockigen Midtemposongs, aber auch an den ruhigen Stücken auf dem neuen Doppelalbum, sowohl an den Live – als auch an den Studioversionen, mit denen der Sänger wieder auf ganzer Line überzeugt.
Monika + Stefan Peter
Foto: Heiko Rioth
Cover :Sony Music

