K.I.Z. mit Flexis

5000 Kids feiern mit K.I.Z. die „Hurra die Welt geht unter“ Tour

DSC_2085

Ist es denn wahr? K.I.Z. setzen ein Zusatzkonzert an und auch die Karten verkaufen sich in Kürze. Der Veranstalter weicht auf die große Swiss Life Hall aus, aber auch die ist restlos ausverkauft.

Gnadenlos, Respektlos, Geil. Bei Flexis geht es noch gemäßigt in der Halle zu. Als jedoch bei K.I.Z. der Vorhang fällt, platzt geballte Jugendpower aus den Teens heraus.

DSC_1923Flexis ist heute ein Berliner Dreigestirn mit bodenständigen gut gemachtem Rap. Sie haben vor dem großen Bühnenaufbau von K.I.Z. noch genügend Platz sich auszutoben. Tatsächlich sind einige Fans extra für den Support da und schreien die Songs mit. „Der Leierkastenmann knallt euch Rap voller Ironie, Sarkasmus und einer amtlichen Portion Skillz vor den Latz!“ tönt es auf der eigenen Facebookseite – stimmt!

DSC_2079K.I.Z. starten mit einem Videoeinspieler aus dem Backstage, viel „Backpulver“, Eintrittskarten von über 30 € und Sex. Tarek, Maxim, Nico und DJ Craft machen sich gleich von Anfang an über ihre Fans lustig und denen gefällt es. Ab dem Moment, als die Leinwand fällt, K.I.Z. auf der Bühne zu sehen sind, passiert das, was immer bei K.I.Z. Konzerten geschieht: Druck auf die ersten Reihen. Schon beim ersten Song müssen Helfer einige Girls aus dem Publikum retten. Dieser starke Helfereinsatz wird sich den ganzen Abend nicht ändern. Erstens sind ab morgen Schulferien, zweitens ist heute der St. Patrick‘s Day – alles in Allem eine heftige Partymischung.

 

 

Außergewöhnliches Bühnenbild – außergewöhnliches Spiel mit den Attitüden

DSC_2220Große, weiße Statuen der vier Rapper im Bühnenhintergrund, Flakgeschütze, welche das DJ Pult tragen und eine kleine Egonase an der Bühnenmitte. Allein dieser Aufbau macht K.I.Z. unverkennbar. Hinzu gesellt sich eine Licht- und Soundshow der Oberklasse. Einige Pyros, Knalleffekte mit Luftschlangen und Feuerwerfer runden das Konzerterlebnis ab. K.I.Z. selbst sind durch ihren Militärlook, sowie ihren Komparsen mit Maschinengewehren und in Springerstiefeln auf jeden Fall in einer Einzelstellung im Hiphop Umfeld. Dazu kommen passagenweise Songs, die in Soldatenliedmanier gesungen werden. Alles andere als artig, aber andersartig ist ihr Gesellschaftsprotest. Bei einem Song wird der Rapper aus dem blutigen Schoß geboren, an anderer Stelle schießen K.I.Z. Geldscheine mit ihrem Konterfei ins Publikum. Zudem sind die Götter bei einem Stück plötzlich an Rednerpulten inmitten der Swiss Life Hall. Jeder Song ein Hit, zumindest für die Fans. Richtig hart wird es mit „Ellenbogengesellschaft (Pogen)“ und „Ein Affe und ein Pferd“. In guter Punk Metal Manier wird die Zuschauermenge in zwei Hälften geteilt und beim ersten Einsatz der Stimme klatschen die Körper aneinander, Pogen mit Wall of Death halt.

 

„wir machen die beste Hip-Hop Show die ihr je gesehen habt“

DSC_2196

Die harte Abfolge und die rotzige Stimmung der Songs lässt die pure Ironie der Texte zwar erkennen, aber stellen auch zum Beispiel bei den Songs „Ich bin Adolf Hitler“ oder „Boom Boom Boom“ die Zuhörer auf die Probe. Politischer Rap kommt an? Die Fans feiern lieber. Die Girls sind leicht bekleidet und textsicher, die Boys mehr zugedröhnt und eher lallend.

Vielleicht ist „Urlaub fürs Gehirn“ für viele Wirklichkeit geworden.

K.I.Z. auf musikmag.de
Reloadfestival 2015 #castival15

Facebook: flexis.tv K.I.Z.

Homepage: K.I.Z.