ENDLiCH! – Nie hat der Titel einer Tour besser gepasst als dieser. Über 650 schöne Menschen feiern ASP.

Das dazugehörige Album erschien zwar bereits im November 2021, aber die allseits bekannten Umstände haben den bisher geplanten Konzerten immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Umso schöner ist es, dass ASP beschlossen haben, am 12.04.23 mit 650 schönen Menschen den Auftakt ihrer ersten Rock-Tour seit drei Jahren im Pavillon Hannover zu feiern.

Mit an Bord sind Leichtmatrose, um das Publikum ein bisschen aufzuwärmen und auf einen langen, stimmungsvollen Abend vorzubereiten.

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Gegen 20 Uhr wird die Bühne in blaues Licht getaucht und nur Sänger Andreas und Keyboarder Thomas geben mit „Adamo“ einen fast schon feierlichen Einstieg. Nach und nach füllt sich die Bühne mit Musikern und der Gesang geht fast schon unter in der nun einsetzenden Musik.

Wir sind froh wieder auf Tour zu sein, aber ich war heute scheiß nervös!“ gibt Andreas lachend zu. Die Nervosität scheint allerdings verflogen, die anfangs etwas verhaltene Menge taut sichtlich auf und feiert mit der Band ausgelassen ihre Songs. Obwohl es da einiges zu verdauen gibt. Die Höhen und Tiefen des Lebens, Hilflosigkeit in der ersten Zeit der Pandemie oder auch die Traumata eines Soldaten im Krieg. Textlich und musikalisch alles andere als zimperlich wird den Fans eine Tatsache nach der anderen um die Ohren gehauen.
Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Arschloch her.“ heißt es zum Beispiel in „Karma Polizei“. Trotz oder gerade wegen der unverblümten Worte springt die Euphorie der Band sofort auf die ersten Reihen über und die halbe Stunde vergeht für alle wie im Flug.

Leichtmatrose sind ab September mit ihrer „Karma Klub Tour“ in Deutschland unterwegs, am 05.05.23 erscheint ihre neue EP „Wir Kinder vom Bahnhof Adamo“. Natürlich ist das gute Stück auch schon auf Tour erhältlich, für die ganz ungeduldigen unter uns.

Doch nun „endlich“ wird wieder das Licht gedimmt und das Intro entlockt den Fans schon begeisterte Jubelschreie. ASP betreten die Bühne und von der ersten Sekunde an fühlt es sich an, als hätte es die drei Jahre Pause nie gegeben. Die Musiker ziehen die Menge sofort in ihren Bann und man kann die Energiefunken förmlich überspringen sehen.

In der ersten kleinen Atempause, die die Setlist zulässt, gesteht Asp lächelnd: „Auf diese Tour haben wir so lange gewartet, und auch wenn Vorfreude die schönste Freude ist, tut es so unendlich gut, wieder bei euch zu sein!“ Mit diesem Gedanken scheint er nicht alleine zu sein, wie der tosende Applaus beweist.

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Im Gepäck hat der Meister eine gute Mischung aus neuen und alten Liedern; über unscheinbare oder auch erhabene Gebäude, mit dazugehörigen Theorien, was dort wann geschehen sein könnte; es geht in (Un-)Tiefen und luftige Höhen.

Leider muss auch dieses Mal an Appell an einige Zuschauer gerichtet werden, die unbeirrt das Handy in die Höhe halten.
Es werde zwei Möglichkeiten geben, das Telefon zu nutzen, eine davon am Ende, damit Musiker und Publikum so richtig schön verschwitzt auf den Bildern aussehen. Und die andere genau jetzt, um ein großes Lichtermeer entstehen zu lassen. Asp wünscht sich einen Moment der Ruhe: „Denn wenn ich etwas gelernt habe, dann dass unsere gemeinsame Zeit endlich ist.

Aber auch an Lob für die Fans wird nicht gespart und auch an das allabendliche Workout wird gedacht. Springen, Klatschen, Headbangen, alles ist gewünscht und wird mit Fingerzeig des Sängers eingefordert. Das ist aber gar nicht nötig, sogar in den ersten Reihen wird ausgelassen getanzt und nach jedem Lied wollen die Jubelschreie und der Beifall scheinbar gar nicht enden.

Passend zu „Tintakel“ gibt es noch ein kleines Update zum versprochenen Tattoo. Leider soll es wohl kein Einhorn werden, dafür wäre aber ein anderes Motiv aus der Feder von Pit Hammann bereits fertig und warte noch auf die endgültigen 850%. Einige Städte bei der vergangenen „KreaTour“ hätten wohl ein bisschen zu Wünschen übrig gelassen…. Ein vielsagender Blick von Asp geht durch die Menge, die das natürlich nicht so auf sich sitzen lassen kann.

Wer schon mal ein ASP Konzert besucht hat, weiß, wie sehr sich der Spaß, die Emotionen und die Energie der Musiker auf die Menschen vor der Bühne überträgt. Es geht von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt; Hiobsbotschaften und Hoffnungsschimmer werden geteilt und gemeinsam Kämpfe gegen Zwänge von Außen, einen Hexenmeister und das eigene Gedankenkarussell geführt.

Asp erklärt: „Musik ist alles für mich und vielleicht noch mehr. Musik kann eine Rüstung sein.“ und geht im Beifall danach förmlich unter. Wahrscheinlich teilt jeder hier im Saal diesen Gedanken.

Der Abend hat bereits seine Spuren hinterlassen, die Hitze im Saal tut ihr Übriges. Kurz wird überprüft, ob die Schminke jetzt so richtig schön verlaufen ist, dann dürfen Fotos und Videos gemacht werden. Dafür spart Asp weder an lasziven Posen, noch an wahrlich filmreifer Mimik.

Es wären ja keine guten Bilder, wenn Außenstehende sich dabei nicht fragen, was zum Henker an so einem Konzertabend eigentlich passiert 😉

Zum Schluss gibt es nach einem großen Dank für diesen grandiosen Tourauftakt wie immer einen kleinen Ausblick auf das, was der Herbst zu bieten hat. Ab hier beginnt der Spoiler, also lest besser nicht weiter, wenn ihr euch vom Meister selbst die frohe Kunde überbringen lassen wollt.

Mit „Ich, der Teufel und du“ gibt es in der Setlist bereits einen Vorgeschmack auf das im Herbst erscheinende Album „Horrors“, welches natürlich auch mit einer kleinen Tour im September zelebriert wird. Die sollte man sich nicht entgehen lassen, denn es gibt nicht nur das 15. Studioalbum der Band zu feiern, sondern auch „Weltunter“ wird 20 Jahre alt. Im Ticketshop frühzeitig zuzuschlagen, lohnt sich also definitiv.

Viel zu schnell ist der Abend vorbei und es geht wieder hinaus in die kalte Nachtluft. Zum Glück war dies ja erst der Anfang einer teilweise allerdings bereits ausverkauften Tour. Das lange Warten hat sich definitiv gelohnt, ASP sind sowieso immer eine Reise wert. Um ENDLiCH! mit den Worten des Meisters abzuschließen:
Lasst diese magische Verbindung nie enden!

ENDLiCH!

12. April 2023 Hannover – Pavillon
13. April 2023 Hamburg – Markthalle
14. April 2023 Leipzig – verlegt ins Haus Auensee
15. April 2023 Goslar – Miner’s Rock
20. April 2023 München – Backstage
21. April 2023 Dresden – Alter Schlachthof
22. April 2023 Gotha – Stadthalle
23. April 2023 Berlin – Huxleys Neue Welt
27. April 2023 Saarbrücken – Garage
28. April 2023 Oberhausen – Turbinenhalle
29. April 2023 Köln – Carlswerk Victoria
30. April 2023 Stuttgart – Im Wizemann
1. Mai 2023 Wiesbaden – Schlachthof

(VD)

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